Gedanken zum 11. September

Wir haben heute den 11. September. Eigentlich ein ganz normaler Tag in unserem Leben, aber eben nur eigentlich! Ich sitze an meinem Rechner und nebenbei  läuft mein Radio. Es gibt heute nur um ein Thema – den Anschlag auf das World Trade Center vor 10 Jahren.

10 Jahre, wie lang ist so eine Zeit in unserem Leben, vieles ist vergessen und selten erinnert man sich so lange zurück. Jetzt, wo ich immer wieder an diesen Tag erinnert werde erinnere auch mich wieder an genau diesen Tag vor 10 Jahren.
Ich war damals noch Vertriebsleiterin bei Stepstone und auf einem wichtigen  Kundentermin in Jena. Der Termin verlief gut, ich hatte einen dicken Vertrag in der Tasche und saß im Auto auf dem Heimweg. Das Radio lief und plötzlich kam die Meldung von einem Einschlag in den Turm des WTC in NY. Ok – da hat sich wohl ein Flieger verirrt, es ist dramatisch, aber kann passieren, dachte ich mir. Nein, es ist nicht einfach so passiert,  die Sprecher im Radio überschlugen sich und ganz langsam wurde mir klar dass hier mehr dahinter stecken muss.

Es wurde immer dramatischer und ich konnte nicht wirklich begreifen was hier tatsächlich passierte. Ich drückte das Gaspedal durch und wollte einfach nur schnall nach Hause – was geschieht hier eigentlich????

Kurze Zeit später zu Hause angekommen war der erste Schritt zur Fernbedienung des Fernsehers.

Genau in diesem Moment geschah das Unbegreifliche. Der zweite Flieger schlug im nächsten Turm ein. Ich konnte es nicht fassen, es nicht begreifen. Das ist kein Actionfilm, das ist Live Fernsehen und das passiert wirklich! Meine Gedanken drehten sich im Kreis, ich konnte all das nicht begreifen, ich war entsetzt, geschockt und fragte mich noch immer, ob das tatsächlich passiert sein soll…

Ich sollte mich doch heute freuen einen guten Vertrag gemacht zu haben, aber diese Gedanken sind auf einmal so unwichtig wenn es um solche Dinge geht. Stundenlang lief mein Fernseher, ich konnte mich auf nichts anderes mehr konzentrieren. Warum? Wieso? Was soll das? Dass es sich hier um ein Verbrechen an der Menschheit in gigantischem Ausmaß handelte, war mir damals noch nicht bewusst. Die Welt steht still und trauert.

Allein die Vorstellung in einem Flieger zu sitzen, sich auf zu Hause zu freuen und das letzte was man sieht der Einschlag in das WTC – ist für mich noch immer ein Wahnsinn.

Heute ist kein ganz normaler Tag. 10 Jahre ist es her, ein Unglück was die Welt erschüttert und aufgerüttelt hat. Der Glaube kann Berge versetzen, der Glaube hat aber auch an diesem Tag über 3000 Menschen das Leben gekostet. Menschen wie du und ich, die einem ganz normalen Job nachgegangen sind und sich auf ihr zu Hause am Abend gesehnt haben. Menschen die  nichts mit Terrorismus und Glaubenskriegen  zu tun hatten und nur ein ganz normales Leben führten. Heute kommt die Erinnerung wieder hoch und ich trauere mit all den Opfern. Wäre ich heue in NY würd e ich mit all den anderen am Platz des WTC stehen, Kerzen anzünden,  trauern und es dennoch nicht begreifen. Ich habe niemanden gekannt, der von dem Unglück betroffen ist und trotzdem macht es mich sehr traurig. Warum müssen solche Dinge geschehen?

Irgendwie kann ich mich heute für nichts entscheiden, das Wetter ist perfekt für einen Spaziergang an der Elbe, die Menschen sind froh und fröhlich und eigentlich sollte ich jetzt auch unter ihnen sein. Ich kann es nicht, lehne mich lieber zurück, schau mir all die Reportagen im Fernsehen an und bin in Gedanken bei all denen, die vor 10 Jahren betroffen waren, ihr Leben lassen mussten und den vielen  Helfern, die wahrscheinlich noch heute leiden.

Ich hoffe auf eine bessere Welt, ich hoffe darauf, dass sich solche Dinge nie mehr wiederholen und bin für heute einfach mal nur traurig. In Gedanken an dieses grausame Attentat und in der Hoffnung, dass es nie vergessen wird kann ich heute nur hoffen und wünschen, dass die Welt zur Ruhe kommt und  solche Geschehnisse sich nie wiederholen werden.

  

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