Kaiserjägersteig oder Jägermeistersteig?

bearbeitet P1030621Und hier wieder ein toller Bericht von unserem Tourguide Herbert.

Bei ALMOTO eine Tour zu organisieren ist wie ‚heimkommen‘ zu einer großen Familie. Fast nur bekannte Gesichter beim Kennenlernen am ersten Abend. Nur zwei ‚Neulinge‘, beide gehörten aber sofort dazu. Diesmal hatten wir auch noch das Glück über einen Gepäckwagen zu verfügen. Christa wollte ihrem Mann das Fahren eines soziafreien Motorrades gönnen und nahm ihr Auto mit. Ihr Angebot auch Gepäck der Teilnehmer mitzunehmen wurde dankend angenommen und so kamen noch mehr Teilnehmer in den Genuss eines gepäckfreien Motorrades. Liebe Christa, hier an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an dich für diesen Service.

Die Fahrt ins Zielgebiet gestaltete sich recht abwechslungsreich. Die volle Brennerstraße kann man leider nicht vermeiden, aber ab Sterzing konnte der Kurvenspaß losgehen. Am Penser Joch gab es das erste ‚freie Fahren‘. Das hat sich bewährt, gibt dies doch jedem Tourteilnehmer die Möglichkeit in seiner Lieblingsgeschwindigkeit den Pass zu erklimmen. Der eine mag gerne die Rasten schleifen lassen, der andere bleibt lieber mal stehen, genießt die Aussicht oder macht Bilder. Die anschließende Fahrt durch das herrliche Sarntal ist immer wieder schön, tolle Landschaft, leere Straßen. Kurz vor Bozen der Ritt über den Ritten, dann durch Bozen und schon gab’s am Mendelpass das zweite ‚freie Fahren‘. Sagenhaft die tolle Aussicht auf Bozen vom Penegal, ich persönlich genieße den Blick immer wieder aufs neue. Schließlich noch durch das Kurvengewirr um Cles, dann ging’s recht zügig unserem Basishotel in Levico Terme entgegen. Hier angekommen galt die 13. Almoto Gruppenregel, das Stiefelbier, gleich nach dem Ankommen ein kühles Blondes ist immer wieder ein Genuss!

Unser Hotel machte einem die Wahl wirklich nicht leicht: Schwimmen entweder Indoor oder Outdoor, oder doch lieber im nur weniger Meter entfernten Levicosee? Wirklich schöne Zimmer und eine gute Küche die sich stets bemühte unseren Wünschen gerecht zu werden. Danke von hier aus für die liebevolle Bewirtung.

Unser erster Fahrtag vor Ort hatte gleich den Kaiserjägersteig auf dem Programm. Unglaublich, wie atemberaubend diese Strecke von den Soldaten im ersten Weltkrieg in den Fels geschlagen wurde um seinerzeit den Nachschub auf der Hochebene von Lavarone zu sichern. Heute genießen wir die tolle Aussicht auf den Caldenazzo- und Levicosee. Die folgende Auffahrt auf den Monte Grappa beeindruckt immer wieder. Immer höher schraubt sich die Straße auf schließlich 1700 m hinauf, noch beeindruckender die Aussicht von dort oben. Bei klarer Sicht sieht man die Adria und Venedig. Beklemmend die Besichtigung des riesigen Ossarios, der Gedenkstätte für die vielen Toten des ersten Weltkrieges. Im weiteren Verlauf folgte der Rollepass, das Valle di Fiemme und als Schmankerl zum Abschluss der Passo Manghen.

Der nächste Tag brachte uns zum Monte Baldo mit der tollen Aussicht auf den Gardasee, die Schlucht runter nach Avio, dann der steile Anstieg in die Monti Lessini. Diese vom Tourismus noch unentdeckte Gegend verspricht leere Straßen und Kurven zum abwinken. Hier kann sich jeder schwindlig fahren, die Kurven erscheinen endlos. Gottseidank sorgten leckere Spaghetti für die entsprechende Stärkung. Das enge Kurvengewirr nahm schließlich doch in Valdagno ein Ende, es folgte der flott zu fahrende Fugazzepass, der Sommopass und vorbei war der kurvenintensivste Tag.

Am kommenden Tag wartete der Monte Bondone auf uns. Klar, wieder ‚freies Fahren‘ und so konnte jeder für sich meine Lieblingsstrecke vor Ort genießen. Immer wieder toll diese Bergrennstrecke auf allerfeinstem Asphalt. Schließlich wird diese Strecke für das jährlich stattfindende Bergrennen penibel instand gehalten. Ein kurzer ‚technischer Halt‘ an der Weintankstelle in Riva (Danke an Christa) und weiter gings zum Ledrosee. Leider meinte Petrus auch an diesem Tag uns kurz duschen zu müssen, aber was soll´s, ist ja nur Wasser. Nach einem leckeren Capuccino am Idrosee ging es wieder über den Berg, die  Kurvenfolge am Valvestinostausee entlang runter zum Gardasee. Dann wieder hoch nach Tignale durch eine Schlucht zum nächsten Halt auf der Alpe di Garda, ein Schlaraffenland für Käseliebhaber. Dann der Blick von der Schauderterasse, die beeindruckende Brassaschlucht, langweilig wurde die Rückfahrt zum Levicosee wirklich nicht.

An unserem letzten Tag hieß es Abschiednehmen von unserem Hotel. Nachdem allen der Manghen so gut gefallen hatte wurde dieser in die Route zurück eingebaut, diesmal von der anderen Seite. Ich weiß, der Manghen auch wegen der T-Shirts :-). Um Bozen herum, auf einem Stück Schnellstraße gefiel es auch unserem Peter (‚Endlich mal ein Stück geradeaus‘), bevor das Timmelsjoch an die Reihe kam. Auf 2500 m geht es da hinauf, ganze 4°C  waren es auf der Passhöhe vor dem Tunnel, im Ötztal kam schließlich die täglich Einlage von Petrus mit dem Wasser von oben, leider diesmal etwas intensiver. So war letztendlich jeder froh als endlich unser Ausgangshotel in Oberammergau in Sicht kam.

Es war eine tolle Tour, alles hat super geklappt, kein Unfall, keine technische Panne (über das Gezicke der Moto Guzzi auf dem Heimweg sehen wir mal großzügig hinweg, ist halt ne Diva) und die netten feucht fröhlichen Abende. Wir haben mal wieder viel gelacht, auch der Kaiserjägersteig nimmt es uns sicher nicht übel dass er kurzerhand in ‚Jägermeistersteig‘ umgetauft wurde. Nochmals vielen Dank an alle für das liebe Geschenk von Euch. (so klappt das halt leider nicht mit dem Wunschgewicht…) Wenn Ihr das nächste Mal wieder mitkommen wollt: Gerne jederzeit, Ihr seid mir alle ans Herz gewachsen.

Fahrt vorsichtig, liebe Grüße, Euer Herbert

One Comment

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One Comment on “Kaiserjägersteig oder Jägermeistersteig?
  1. Herbert,

    hast du wunderbar geschrieben. Und war eine super schöne Tour mit dir und den anderen. Gerne wieder.

    Gruß aus Aachen und die linke zum Gruß

    Michael

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