14 Tage Motorrad und Abenteuer in Marokko

IMG_1725Die Tour der – vergessenen – Handtücher

Es war eine der aufwendigsten Touren in diesem Jahr, was die Planung und Organisation anging.

Marokko ist nun mal nicht Europa und tatsächlich alles andere als „europäisch“. Hier ticken die Uhren anders und was ich bei dieser Reise gelernt habe ist, dass wir uns oft das Leben selber schwer machen, der alltägliche Stress setzt uns permanent unter Zeitdruck, dabei könnte das Leben ein Stück einfacher sein. Aber ganz ehrlich: so schön entspannt wie es in Marokko war, ich mag positiven Stress und den damit verbundenen Zeitdruck, so lange wie es sich im Rahmen hält. Nur „entspannt“ sein kann auf Dauer auch langweilig werden 🙂

Die Tour durch Marokko startete für uns mit einer Rundreise durch Deutschland und dem entsprechenden Transport der Motorräder der Gäste nach Málaga. Wir sind diesen Weg schon so oft gefahren und wie immer, freuten wir uns auf das kleine Truckerleben für die nächsten Tage.

Die ersten Gäste lernten wir bei der Verladung kennen und was ich persönlich dabei immer sehr spannend finde, sind die leuchtenden Augen unserer Gäste, voller Vorfreude auf den bevorstehenden Urlaub und mit der Erkenntnis, dass ihr „Baby“ bald 3000 km weiter wieder auf sie wartet.

Die Fahrt verlief die ersten 2 Tage ohne Zwischenfälle, in der Nähe von Valencia trafen wir einen guten Freund, der hier gerade Urlaub machte und dessen Koffer mit uns nach Deutschland zurück sollte. Leider blieb nicht viel Zeit für einen Aufenthalt, wir wollten ja ankommen und zum Abschied gab es 3 frische Orangen, selbst gepflückt.

Dass wir dennoch in Kürze viel Zeit haben würden, ahnten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht!

1 Stunde später auf der AP 7 passierte das, was der Schrecken eines jeden Autofahrers ist, ein Reifenplatzer, zum Glück genau in dem Moment, wo ich in den Spiegel sah und den sich „auflösenden“ Reifen bemerkte, noch bevor unser gesamter Transport aus dem Ruder lief. Also Blinker gesetzt, rechts ausrollen lassen und anhalten. Der Reifen vom Hänger war hinüber, besser gesagt nur noch in wenigen Bestandteilen vorhanden. Einen Wagenheber hatten wir an Board, aber der war ganz sicher nicht für eine Last von über 2 Tonnen geeignet. Wozu gibt es den ADAC? Für genau solche Fälle, schnell die Hotline gewählt, alles erklärt und dann die entscheidende Frage: „Wo stehen Sie“? Gute Frage, nächste Frage bitte! Na ja ohne genauen Standort mit Kilometerangabe, keine Hilfe. Hey, wir standen irgendwo auf der AP 7 im NICHTS, die Sonne prasselte mit geballten 35 Grad auf uns hernieder und weit und breit keine Schilder! Die klare Ansage des Mitarbeiters vom ADAC war die, dass ich doch mal ein Stück laufen sollte, auf den Leitplanken gibt es aller 100 Meter ein Schild mit der Kilometerangabe. Ok dachte ich, 100 Meter sind ja nicht das Problem, also lief ich los. Aus 100 Metern wurden 1000 Meter und nichts zu sehen, soweit mein Auge (und übrigens auch mein Fernglas, was ich immer dabei habe) erblicken konnte. Also wieder zurück zum Auto und das gleiche Spiel nochmal in die andere Richtung. Siehe da, nach 1 km endlich der entscheidende Hinweis und nun wussten wir auch wo wir uns befinden!

Mittlerweile brannte die Sonne erbarmungslos und die Hitze wurde zur Qual, die Ansage vom ADAC war wie folgt: Wir schicken Hilfe, das kann 1-2 Stunden dauern, sollten wir das Problem nicht beheben können müssen wir sie abschleppen, dazu müsste der Hänger allerdings entladen werden. Hallo? Wie soll ich hier auf der mehr oder weniger nicht vorhandenen Standspur 8 Motorräder ausladen und dann auch noch stehen lassen? Mein Kopf stand nicht still, jede nur erdenkliche Möglichkeit wurde durchgespielt für den Fall der Fälle. 2 Stunden später wurde uns geholfen, dank hydraulischem Wagenheber und einem vorbildlich mitgeführten Ersatzreifen, konnten wir endlich unsere Fahrt fortsetzen. Danke lieber ADAC!

Spät angekommen in Málaga wurden wir herzlich von unseren beiden Guides begrüßt und dank ihrer Hilfe mit ein paar Freunden wurden die Motorräder zügig entladen und sicher untergestellt.

Das Cerveza an dem Abend schmeckte besonders gut und nach 3 Tage auf der Autobahn freute ich mich auf ein richtiges Bett und eine erfrischende Dusche.

Noch hatten wir einen Tag für uns, bevor die Gäste anreisten. Wir nutzten den Tag für letzte Vorbereitungen und Absprachen mit unseren beiden Guides Sven und Patrick.

Tag 1
Heute war Anreisetag, keine Verspätungen der Flüge, alles passte. Am Abend nun das gemeinsame Kennenlernen, Briefing und letzte Formalitäten. Alle waren guter Stimmung und es wurde ein schöner Abend in geselliger Runde.

Tag 2
Fuengirola nach Chefchaouen
Alle Gäste waren startklar und standen zur vereinbarten Zeit mit ihren Motorrädern vor dem Hotel. Das Begleitfahrzeug war startklar und eigentlich hätte es losgehen können, eigentlich. Damit die Auffahrt zur Fähre reibungslos verläuft, teilte unser Guide Sven die Fährtickets aus und siehe da, irgendwie fehlten 3 Tickets. Ja wo sind die Tickets? Na klar, noch daheim im Kopierer, also schnell zurück nach Hause und die fehlenden Tickets geholt, Zeitverlust: 15 Minuten. Zur Erklärung: Sven hatte vorsichtshalber von jedem Ticket eine Kopie gemacht, seine Erfahrung sagt, besser ist es so und dann hatte er in der Hektik einfach die Tickets im Kopierer vergessen. Kein Weltuntergang und dennoch eine gute Vorsichtsmaßnahme, über die wir am Ende auch froh waren.

Der schnellste Weg von Málaga nach Algeciras führt über die Autobahn und 2 Stunden später standen wir nun dort. Die Stimmung hier gab mir einen ersten Einblick in das, was uns die nächsten Tage erwarten wird. Laute Hektik und ein schier endloses Chaos, was es aber tatsächlich gar nicht war, es erscheint uns nur so, weil wir das nicht gewohnt sind.

Eigentlich wäre alles so einfach gewesen, obwohl jeder sein Ticket hatte, hatten wir sie trotzdem nicht alle. Dank Sven, der nun schon seit 20 Jahren in Marokko unterwegs ist, mit den Gegebenheiten vertraut ist und beste Sprachkenntnisse hat, konnte alles geklärt werden und keiner musste zurück bleiben.

Nur 45 Minuten später waren wir da, in Ceuta, noch immer spanischer Boden und die wirkliche Einreise nach Marokko sollte in Kürze folgen. Wir näherten uns der Grenze und damit verbunden einem Wust an Menschen, Stimmen, Fahrzeugen und (für uns) völlig chaotischem Verkehr. Wir hatten sofort unsere „persönlichen Helfer“ zur Seite, die für ein paar Dirhams die Einreise beschleunigten, wichtige Dokumente wurden zusammengelegt, den Helfern übergeben und nach 45 Minuten konnten wir die Grenze passieren. Puh geschafft! Beschleunigt war das tatsächlich, ohne Helfer hätten wir wohl noch Stunden hier gestanden!

10 km weiter der erste Stopp, wir hielten an einer Bank um die notwendigen Euros in Dirham zu tauschen, hier erinnert noch nichts an Marokko, die Bank genauso wie auch bei uns zu Hause, bewacht mit Security und absolute Privatsphäre am Schalter. Ja, wir waren angekommen und jetzt konnte das Abenteuer Marokko beginnen!

Wer an Marokko denkt, hat Bilder im Kopf von Wüsten und trockener Erde, bei unserem heutigen Tag gab es all das nicht, viel mehr sattes Grün und Landschaften, die wir so in Deutschland auch haben. Der einzige Unterschied: die Menschen haben ein anderes Aussehen, der Verkehr ist anders (eben chaotisch marokkanisch) und hier wird eine andere Sprache gesprochen. Warum sollte das anders sein? Noch bewegen wir uns wenige Breitengrade von Europa entfernt, da muss es ja wohl noch europäisch ausschauen 🙂

Das Ziel für heute: Chefchaouen, ein phantastischer, kleiner Ort mit einem phantastischen Hotel, wo wir sehr herzlich empfangen wurden. Nach einer kurzen Erfrischung nutzten wir das Angebot von Sven zu einem kleinen Stadtrundgang. Die Altstadt mit ihren blauen Häusern, den verworrenen Gassen und endlosen Geschäften ließ uns spätestens jetzt in diesem Land ankommen. Auch wenn wir eigentlich zum Motorrad fahren hier sind, nur so lassen sich Land und Leute wirklich entdecken!

Das Abendessen und den Rest des Abends verbrachten wir gemeinsam im Hotel und es war wunderbar. Das Hotel war so individuell und klein, dass wir als Gruppe allein das ganze Hotel belegt hatten und unter uns waren, ebenso die herzliche Gastfreundschaft für uns allein beanspruchen durften.

Tag 3
Von Chefchaouen bis Meknès
Nach einem perfekten marokkanischen Frühstück mit jeder Menge interessanter Sachen (Frischkäse mit Olivenpaste etc.) war unser heutiges Tourenziel die Stadt Meknès. Es war ein kurzer Trip, damit wir nicht zu spät ankommen, schließlich stand ein Besuch der Altstadt auf dem Programm. Die Tour führte uns durch das Rifgebirge, ein Gebirge wo der Anbau von Hanf ganz normal und damit die größte Einnahmequelle ist. Die Angebote diesen Stoff käuflich zu erwerben gab es permanent, wer braucht schon Hanf zum Glücklich sein, wir waren doch so schon glücklich hier zu sein.

Ankunft: 15:00 Uhr in Meknès, auch wenn wir früh dran waren, ein erstes kühles Bier zur Ankunft gehört dazu! Frisch geduscht und raus aus den Motorradklamotten ging es in die Altstadt. Sven voran, der Rest der Gruppe hinterher. Am Souk angekommen stehst du erst einmal auf einem riesigen Marktplatz und versuchst den Überblick zu bekommen. Es war ein buntes Treiben mit unzähligen Menschen mit (für uns) ungewohnter Kleidung, Sprache und Düften. Wer kann dich besser in diese unbekannte Welt einführen, als ein guter Tourguide? Sven hat es perfekt gemacht, er hat unsere Gäste einen Teil der Erkundungstour begleitet, gezeigt was sehenswert ist und hat dann allen Zeit gegeben für eigene Erkundungen. Das hat super funktioniert und trotz der Vielzahl an verschlungenen Gassen, waren alle zum verabredeten Zeitpunkt wieder da.

Für das Abendessen hatten wir ein Restaurant in der Altstadt genutzt, ganz außergewöhnlich in einer der unzähligen Gassen mit einem Standard, wo sich so manches Restaurant in Deutschland verstecken müsste. Einfach perfekt und authentisch!

Tag 4
Meknès bis Ouzuod
Tagesziel für heute war Ouzoud, ein kleines, individuelles Hotel direkt an den Wasserfällen. Wasserfälle in Marokko? Ja, die gibt es und die sind gigantisch groß!

Die Landschaft veränderte sich, es wurde trockner, wurde einsamer, es wurde marokkanisch. Wer 20 Jahre in Marokko unterwegs ist sollte auch den einen oder anderen Geheimtipp kennen, Sven kannte ihn und zum Mittagessen hielten wir an einem Restaurant, wo ich wahrscheinlich persönlich nie angehalten hätte, eben Vorurteile und Unwissenheit. Zum Essen gab es Linsen mit Hühnchen und undefinierbarer Sauce, dennoch lecker und das für umgerechnet nur 4,00 Euro inkl. Getränke.

Die Stimmung der Gruppe war sehr gut, es ging flüssig voran und die Temperaturen stiegen auf erbarmungslose 30 Grad. Wir erreichten Ouzoud, unser Hotel und ein schöner Tag ging zu Ende.

Tag 5
Ouzoud bis Marrakesch
Es war ein Angebot von Sven und es war ein Angebot was keiner ausschlagen konnte. Noch vor dem Frühstück machten wir eine Wanderung zu und durch die Wasserfälle von Ouzoud. Ganz allein, ohne lästige Reisegruppen erlebten wir ein Naturschauspiel der Extraklasse. Hier an den Wasserfällen gibt es für all die vielen Touristen kleine Bars und wir wurden Zeuge, wie die Händler per Esel ihre Waren über endlose Treppen zu ihren Ständen brachten, einfach nur schön, weil eben einfach, aber schwer.

Nach dem Frühstück ging es los und unser nächstes Ziel war Marrakesch, das Mekka in Marokko. Die Tour, ohne besondere Vorkommnisse, lediglich die andauernde Hitze macht einigen Teilnehmern zu schaffen. In Marrakesch angekommen erwartet uns das, wie wir es mittlerweile schon kennen. Das Hotel hat einen Parkplatz und dennoch bemühen sich „sogenannte Parkplatzwächter“ um dein Motorrad, für ein paar Dirham bewachen sie dein Motorrad die ganze Nacht, behaupteten sie jedenfalls.

Alle Gäste hatten ihre Zimmer bezogen und nach einer Erfrischung im Hotel ging es los in die Altstadt und damit in ein Gewimmel aus Menschen, Autos, Zweirädern … wie es in Europa kaum zu finden ist. Unsere Gäste Ralf und Annett erwähnten noch kurz, dass die Klospülung in ihrem Zimmer auf Dauerstrom steht, also ständig Wasser pumpt, und hofften, dass sich der damit verbundene Lärm bis zu unserer Rückkehr wieder legen wird (dachten sie).

Der Souk ist voller Menschen, es ist schwer sich hier durchzukämpfen und die Vielzahl der Essensstände ist schier endlos. Unser Gast Heiko entschied sich, ab sofort allein los zu ziehen, kein Thema, jeder kann wie er möchte und wir verabschiedeten uns mit einem „Hoffentlich sehen wir uns morgen wieder“. Wir verließen den Souk recht schnell wieder, zu viel der Eindrücke und in einem Restaurant abseits genossen wir ein leckeres Abendessen. Ein leckeres Essen für alle, nur nicht für Martin, der seine Entscheidung Carpaccio zu essen, den nächsten Tag bereuen sollte.

Zurück im Hotel ein letztes Bier und dann „Gute Nacht!“, was ich erst am nächsten Morgen erfuhr, dass es für Ralf und Annett gar keine so einfache gute Nacht war. Vor dem Hotelzimmer stehend, immer wieder die Chipkarte durchziehend, tat sich einfach nichts. Also fix an die Rezeption und nachgefragt, die Antwort doch eher überraschend: „Es tut uns leid, ihr Zimmer ist überschwemmt und wir haben Ihnen ein anderes Zimmer zugeteilt“. Ok, dann schlafen wir halt in einem anderen Zimmer dachten beide, taten es und dachten nicht länger mehr über die defekte Klospülung nach. So kann es sein in einem afrikanischen Land, trotz hohem Standard können Probleme auftauchen, Probleme die nicht lebensbedrohlich sind, die uns die Wirklichkeit zeigen und mit denen wir umgehen können, Ralf und Annett haben es jedenfalls mit Humor gesehen. Danke an euch beiden!

Tag 6
Marrakesch bis Ouarzazate
Vor einer Tour nach Marokko gibt es ein ausgiebiges Briefing mit klaren Aussagen zum Verhalten in diesem Land. Ein Land, was anders ist wie Europa und wo eben gewissen Dinge anders sind. Ansagen wie „Iss nie rohes Fleisch und erst recht nicht an den Straßenständen“, die hygienischen Umstände sind hier anders, das vertragen die Marokkaner aber nicht wir Europäer. Es wird uns nicht wehtun, es wird uns nur behindern. Es hat uns behindert, mag sein, dass es eine Unaufmerksamkeit war und keiner darauf geachtet hatte, wenn du Hunger hast dann vergisst du schnell, Martin hatte ein lecker Carpaccio aber auch am nächsten Tag einen guten „Stuhlgang“, ebenso Heiko, der dem leckeren Fleischspieß am Straßenstand nicht wiederstehen konnte und nun ebenso geplagt war.

Wir hatten eine gute Reiseapotheke dabei aber gut Ding will Weile haben, bevor die wirkte waren einige Stopps und eine Menge Toilettenpapier nötig, dank aller Teilnehmer hatten wir genug Vorrat aus den Hotelzimmern dabei.

Die Tour durch den hohen Atlas gestaltete sich trotz der ungeplanten Stopps zu einer phantastischen Tour auf bestem Asphalt mit unzähligen Kurven. Am Tizi N’Test angekommen vereinnahmten 20 kreischende Jugendliche unsere Motorräder, jedes dieser arabischen Mädchen wollte auf einem der Motorräder sitzen und ihr persönliches Foto haben. Unsere Gäste hatten Spaß dabei und jede Menge Geduld mit den Mädchen.

Es gibt Strecken, da gibt es kein Restaurant mit einer Küche, für die du dich verbürgen kannst, wo das Essen stimmt und Klopapier keine Rolle spielt. Wir wussten darum und haben aus dem Grund entschieden heute ein Picknick zu machen. Das Begleitteam kümmerte sich um den Einkauf und am Ende gab es an einem kleinen, hübschen Platz mitten in der Wildnis, ein Picknick mit frischem Fladenbrot und Thunfisch. Völlig ausreichend und absolut lecker!

Angekommen in unserem Hotel bezogen wir die Zimmer und irgendwie schien seit gestern bei Ralf und Annett der Wurm drin zu sein. Die Dusche im Zimmer lief nicht, nur kaltes Wasser. Wir sind doch nett zueinander und hilfsbereit, also meine Dusche lief und schnell wurde diese Dusche angeboten.

Tag 7
Ouarzazate bis Zagora
Die Stimmung war perfekt, allen ging es gut und bisher keine Ausfälle, so soll es sein.
Mittlerweile erleben wir Marokko als Land, so wie wir es uns vorgestellt haben. Die Trockenheit begleitet uns, Marokkaner auf ihren Eseln oder Fahrrädern säumen den Wegesrand und freuen sich über uns. Wir werden überall freundlich begrüßt und bestaunt. Ich fühle mich wohl, habe keine Bedenken und fühle mich frei.

Für den heutigen Tag haben wir erneut ein Picknick gewählt, würden wir die alltäglichen Strecken der Touristen wählen, gäbe es wohl jede Menge Restaurants zum Mittagessen, wir wählen aber bewusst andere Strecken, Strecken die weitaus schöner sind, wo es aber nun mal keine (uns bekannten) gute Locations gibt, die uns Magen-Darm ersparen.

Die Hitze ist groß und was jetzt her muss, ist eine echte Erfrischung. Der Grundsatz unseres Tourguides: Iss nur Obst, was „natürlich“ verpackt ist, sprich zum Beispiel Bananen, wer aber will schon eine warme Banane zum Mittag? Die perfekte Alternative: Wassermelone, natürlich verpackt und keimfrei. Unser Begleitteam machte sich auf den Weg und wurde fündig, mehr als fündig, weil der Melone Verkäufer auch gern noch einen Einkauf in seinem Laden gehabt hätte.

Ankunft 15 Uhr im Hotel, alles perfekt nur mal wieder fehlten in 50% der Fälle die Handtücher auf dem Zimmer. Ist das ein typischer Fall für marokkanische Hotels oder verfolgt und das nur so?

Tag 8
Zagoura bis Sanddünen von Erg Chebbi
Das Tagesziel für heute was wohl das Ziel, was jeder Motorradfahrer bei einer Marokkotour erwartet, die Wüstenlandschaft Erg Chebbi. Die Hitze des Tages stieg ins Unermessliche und die Hoffnung, endlich die Wüste zu erreichen ließ unsere Gäste, trotz der großen Hitze durchhalten. Kurz vor dem Erreichen unseres Hotels gab es die letzte Herausforderung des Tages, eine Wüste ist nun nicht mal nur eine Wüste, sie lebt und sie wandert. Der ständige Wind treibt auch den Sand umher und die Anfahrt zum Hotel über 3 km Schotter war gespickt mit Sandverwehungen, kein leichtes Unterfangen und mal wieder stieg bei dem einen oder anderen Teilnehmer der Adrenalinpegel. Noch nie durch Sand gefahren bedeutet das schon etwas Besonderes, dafür aber sind wir in Marokko. Unsere Gäste haben es alle unbeschadet geschafft, notfalls hätte der Tourguide den Job übernehmen müssen.

Hier angekommen, waren wir nun endlich alle angekommen in Marokko. Das Hotel war ein Traum, der Check-in eher ein Alptraum. Wir hatten ordnungsgemäß gebucht, hatten unsere Bestätigung in der Tasche und dennoch kam alles anders. Es ist eben ein anderes Land und wir wurden mit der Information empfangen, dass es nur 3 Zimmer im Hotel gibt, der Rest müsste die erste Nacht im Berberzelt verbringen, als Entschädigung gibt es für die 2. Nacht für jeden Gast eine Suite. Diskussionen brachten uns nicht weiter und schnell wurde ausgelost wer diese Nacht im Berberzelt verbringt. Ein Berberzelt ist nichts schlechtes, es ist abenteuerlich und das entsprach so ganz den Vorstellungen unserer Gäste. Kein Murren und eher Spannung wie sich so eine Nacht anfühlt. Danke für euer Verständnis! Nach einem lecker Abendessen verbrachten wir den restlichen Abend in den Dünen, bei lecker Rotwein und interessanten Gesprächen unter einem perfekten Sternenhimmel. Irgendwann brach die Kälte herein, der nächtliche Wind, den entsprechenden Sand zwischen den Zähnen und es wurde Zeit für ein „Gute Nacht“.

Tag 9
Heute war tourenfreier Tag. Ein Relax Tag, den jeder für sich auf seine eigene Weise genossen hat. Angefangen vom Kamelritt zum Sonnenaufgang in den Dünen (Hut ab an die Frühaufsteher) bis hin zu 4×4 Allradtouren um die Wüste. Einige Gästen nutzten den Hotelpool und entspannten einfach nur.

Am Ende des Tages gab es für alle Teilnehmer einen Crashkurs zum Fahren im Sand und auf Schotter, unser Tourguide Sven hat eigens dafür eine 1200 GS in den Sand gegraben und wir hatten unheimlich viel Spaß dabei.

Tag 10
Merzouga in die Oasenstadt Tinejdad
Frisch erholt starten wir in den Tag, die letzte Nacht in den Suiten des Hotels hat allen gut getan. Auch wenn ein Berberzelt zu Marokko gehört, eine Suite ist nicht zu toppen.

Wenige Stunden später die erste Panne der Tour, ein platter Reifen! Dank Begleitfahrzeug und jeder Menge Equipment wurde der Schaden schnell behoben, leider nur für die nächsten 2 Stunden. Der Schaden war nicht zu beheben und mit letzter Kraft schafften wir es bis zum Hotel. Dank dem Hotelier und mal wieder müssen wir sagen „In Marokko ticken die Uhren anders“ wurde uns schnell geholfen, Reifen ausgebaut, abgeholt und 1 Stunde später perfekt vulkanisiert wieder eingebaut, das Ganz für umgerechnet 5 Euro, Marokko lebe hoch! Den Abend verbrachten wir bei einem wunderbaren Sonnenuntergang und zum Abendessen gab es typische Landeskost, Kamel. Ich kann euch sagen, es war sehr lecker!

Tag 11
Durch den Hohen Atlas nach Midelt
Die heutige Tagestour führte uns bis nach Midelt. Die Landschaft war traumhaft und wechselte ständig. Wo sind wir eigentlich? Es gab für mich keinen Vergleich mit irgendeiner anderen Region, die ich bisher kannte, das hier war neu und einzigartig, einfach traumhaft. Die Herausforderung folgte sogleich, die bisher vorhandene Straße war durch ein Unwetter weggespült, kein Asphalt mehr, nur noch Schotterpiste. Die Alternative, 80 km Umfahrung. Kurze Nachfrage bei den Gästen und eine kurze Antwort: Wir versuchen es! Es war nicht ganz einfach aber wir hatten es geschafft, so ist es eben in Afrika, da wo heute noch eine Straße war, kann morgen nix mehr sein. Ankunft im Hotel und alle happy, der einzige Wermutstropfen, das Wetter schlug um und es wurde verdammt windig.

Tag 12
Von Midelt nach Meknès
Die heutige Tagestour war nicht allzu lang. Ankunft in Meknès 15:00 Uhr und nach dem „Lederbier“ war Freizeit angesagt. Vor wenigen Tagen waren wir schon hier und jeder kannte den Weg zum Souk und jeder nutze den Weg für den Einkauf von Mitbringsel und Andenken. Heiko brauchte keine Mitbringsel, er nutze den Tag als reinen Tag der „Dienstleistungen“ einmal Friseur, Näherei und Wäscherei. Zum Abendessen fanden wir uns gemeinsam im Hotel wieder und der letzte Tag in diesem wunderbaren Land wurde komplett ausgenutzt. Mittlerweile regnete es in Strömen und uns war bewusst, dass unsere morgige Abreise wohl nicht ganz trocken verlaufen wird.

Tag 13
Von Meknes nach Tanger
Der Tag begrüßte uns mit dem wohl schlechtesten Wetter, was in Marokko zu erwarten ist. Noch war kein Regen in Sicht, er wird uns einholen, das war uns klar. Das Ziel: die Fähre in Tanger. Anfangs noch trocken änderte sich das Wetter, die Temperaturen sanken bis auf 2 Grad und niemals nimmer nicht, hätte ich das von Marokko erwartet. Es war ein Zeichen, Marokko wollte uns nicht gehen lassen und hat es uns, weil wir gehen mussten, schwer gemacht. In Tanger angekommen wurden uns die Formalitäten leicht gemacht, dank unserem Tourguide Sven waren wir schnell drin, drin im Check-in Bereich und der damit verbunden Überfahrt. 1 Stunde später, Ankunft in Tarifa eine neue Welt, Sonne satt mit 30 Grad. Hallo, kommen wir grad aus Marokko oder kommen wir hier grad an? Irgendwie verkehrte Welt! 2 Stunden später Ankunft im Hotel, Abgabe der Motorräder und geselliges Beisammensein. Jeder wollte seine Runde geben, eine Runde auf eine echt tolle Reise. Der Abend wurde lang und lustig bei all den vielen Runden.

Tag 14
Irgendwann kommt immer der Tag, wo eine Reise zu Ende geht und wo es heißt Abschied zu nehmen. Wir hatten eine wunderbare Reise und haben mal wieder eine Vielzahl an interessanten Gästen und Erfahrungen kennen lernen dürfen. Eine Reise durch Marokko bietet Spannung und Abenteuer, es kommt nicht immer so wie es geplant ist, es ist eben eine fremde Kultur. Damit leben wir gern und es hat unseren Gästen gefallen.

Willst du Marokko so erleben? Wenn ja dann sei dabei, wenn wir 2015 wieder in Marokko auf Tour sind. Wir bieten eine Tour, die dir Marokko zeigt, wie es ist und dazu gehören auch gelegentliche Unwegsamkeiten, die diese Tour spannend macht, ohne dass du auf den versprochenen Komfort verzichten musst. Willst du lieber auf Nummer sicher gehen und eine Tour nach Schema F haben, mit super ausgewählten, sterilen Hotelbunkern, der schicken Halbpension am Abend, dann sind wir nicht der Anbieter für deinen Abenteuerurlaub in Marokko.

Abenteuer zu erleben bedeutet ein Land ganz individuell zu erleben in all seinen Facetten, wir begleiten euch dabei, bieten euch die notwendige Sicherheit und dennoch bieten wir genug Freiraum für eigene Unternehmungen.

Sei dabei, wenn wir 2015 erneut Marokko erleben und in dem Sinne folgen wir einem typischen Sprichwort der Marokkaner: Ihr habt die Uhr, wir haben die Zeit.

Die Bilder zur Tour gibt es hier: http://www.bilder.almoto.info/2014-motorradreisen-marokko/motorradreise-durch-marokko/

 

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