5 Gebirge in 5 Tagen…

Das war das Motto unserer Tour, die am Mittwoch gestartet und gestern Abend geendet ist. Die 5 Gebirge waren ganz sicher keine Hochgebirge, viel eher wunderbare Mittelgebirge wie der Harz, das Kyffhäusergebirge, das Vogtland, das Erzgebirge und das Elbsandsteingebirge. Es ist meine Heimat und hier fühle ich mich richtig wohl.

Der Treffpunkt der Tour war im Harz, für meine Anreise wählte ich ein paar neue Strecken abseits der Autobahn. Das Wetter spielte gut mit und dank ein paar netten Tipps von Freunden kam ich in Sachsen-Anhalt öfters in den Genuss Relikten der DDR Zeit zu begegnen. Ich fand es wunderbar, besonders weil nach so vielen Jahren viele Dinge dem Erdboden gleich gemacht wurden und kaum noch etwas an diese Zeiten erinnert. Ich fand es schön durch Freyburg zu fahren, eine kleine Weinstadt im Saale-Unstrut Gebiet- hübsch, korrekt und touristisch perfekt ausgebaut, ich fand es noch viel schöner durch kleine Dörfer zu fahren, die mich ganz schwer an die DDR Zeit erinnerten, mausgraue Häuser und Menschenleere. Wo sind sie geblieben, all die Menschen die hier mal gelebt haben, bzw. was tun die, die noch hier leben?  Ich machte mir da wirklich Gedanken, bin ich doch selber ein DDR Kind und froh heute in der Großstadt zu leben.

Es war Zeit für eine Zigarettenpause und genau in dem Moment präsentiert sich eine stillgelegte Minol-Tankstelle. Hier musste ich einfach anhalten, die Stille des Ortes aufnehmen und den Geruch der alten Zeiten verinnerlichen, gut der Geruch war nicht wirklich prägnant aber Erinnerungen leben doch davon, dass man sich erinnert, ohne Wenn und Aber!

Im Hotel angekommen waren die ersten Gäste schon da, bekannte Gesichter von vergangenen Touren und die neuen Gesichter folgten sobald. Unsere Gruppe war dieses Mal überschaubar klein, 4 Gäste und ich – das machte es besonders spannend weil ich bei solch kleinen Gruppen gern experimentiere, sprich auch mal neue Strecken ausprobiere, die man mit 10 Gästen nicht unbedingt testen würde, weiß ich doch nie wo sie enden. Unsere Herbergsmutter für den Abend war Anke, mit ihrem Hotel Abtshof in Halberstadt. Wie immer ein kleines Zuhause für mich, Anke führt ihr Haus perfekt, weiß wie Motorradfahrer ticken und kümmert sich perfekt.

Der nächste Tag sollte uns vom Harz in das Vogtland bringen. Heute ist „Herrentag“, „Vatertag“, Männertag“ – wie immer es jeder nennen möchte es bleibt immer beim gleichen Akt, Männer nutzen den Tag um zu feiern, zu trinken und Dinge zu tun, die sie sonst wohl eher nicht tun würden. Warum das so ist? Ich habe keine Ahnung! Es gibt den Frauentag und es gibt den Muttertag, doch habe ich nie Frauen und Mütter gesehen, die  mit der Bierflasche in der Hand sich auf einen Trecker setzen und laut gröhlend durch die Gegend ziehen. Das macht wohl den kleinen und feinen Unterschied aus zwischen Mann und Frau 🙂 Egal, für heute war Vorsicht angesagt, wollten wir doch heile im Vogtland ankommen.

Das Wetter spielte mit und meine kleine Gruppe genauso. Am Kyffhäuser wimmelte es von Motorradfahrern, die die 36 Kurven voll für sich beanspruchten und ab jetzt war doppelte Vorsicht geboten. Wie geahnt war auch die „Rennleitung“ bereits vor Ort und prompt wurde unsere Gruppe aus dem Verkehr geholt. Allgemeine Verkehrskontrolle, Papiere und Reifen kontrolliert- alles perfekt und schon ging es weiter. Die einzigen Unwegsamkeiten des Tages waren langsam fahrende Traktoren mit ihren voll besetzten Anhängern laut gröhlender Männer und die permanenten „Hinterlassenschaften“ der Pferdefuhrwerke auf der Straße, die heute wohl Höchstleistungen vollbracht haben.

Die weitere Tour machte Spaß, vor allem weil die Gruppe gut mithielt. In Plauen angekommen, das erste Bier genossen, warm geduscht und lecker zu Abend gegessen. Was kann es Schöneres geben?

Bei 12 Grad starteten wir heute in Richtung Dresden. Das erste Highlight war Mödlareuth, wo wir die alten Grenzanlagen besichtigen konnten. Von hier aus ging es in Richtung Erzgebirge mit Pause auf dem Fichtelberg und einer Fahrt über den Kamm durch Tschechien. Ich freute mich auf Dresden, vor allem weil ich wusste, dass ab jetzt das Thermometer ständig nach oben klettern würde.  Gerade noch bei 7,5 Grad unterwegs wurde es ständig wärmer und in Dresden angekommen zeigte mein Thermometer 18 Grad an. Willkommen zu Hause!    

Check-in im Hotel für die Gäste, fix nach Hause gerollt, geduscht und fertig gemacht für den Abend. Mein privates Taxi (ein 100 ccm Roller den mein Mann fährt) brachte mich schnell zum Treffpunkt in die Altstadt, wo auch gleich das Taxi mit den Gästen anrollte. Wir verbrachten einen schönen Abend im Sophienkeller und was danach nicht fehlen durfte war der kleine Rundgang durch unsere Altstadt. Zwinger, Brühlsche Terrassen und Frauenkirche bei Nacht, nichts kann schöner sein und inmitten des Getümmels nahmen wir noch eine „Absacker“, bevor das Taxi die Gäste zurück zum Hotel brachte.

Heute stand meine Lieblingstour auf dem Programm, die Sächsische Schweiz bietet so viel interessante Strecken und vor allem Landschaften, dass mir gerade bei dieser Tour immer wieder bewusst wird, wie schön mein Job ist. Die Tagestemperaturen stiegen stetig und an der Festung Königstein angekommen war es vor Hitze kaum noch auszuhalten. Im restlichen Deutschland regnete es (Dank diversere Apps gut nachzuvollziehen) und uns ging es hier einfach perfekt! Wer also zukünftig eine regenfreie Tour buchen möchte sollte sich ab sofort für Ostdeutschland und ALMOTO entscheiden, da ist die Schönwettergarantie inklusive!

Den Abend verbrachten wir im Kneipenviertel von Dresden, der Neustadt, meine „exklusive“ Wohnadresse und  vor allem mein „ZuHause“. Ich wage es zu behaupten, dass die Gäste begeistert waren, kein „Touri“ würde sich freiwillig hier hin verirren, es sei den der Marco Polo Reiseführer sagt, dass man dort hin muss. Wir sind nicht Marco Polo und wissen es trotzdem besser, die Gäste waren begeistert und auf Wunsch einer einzelnen Dame (Ulla- ich habe es gern getan)  haben wir etwas getan, was ich bisher noch nie getan habe.  Heute war Championsleague Finalspiel, Fußball geht an mir persönlich komplett vorbei, und nach den Highlights unseres Viertel erhaschten wir einen kleinen Platz in einem der unzähligen Biergärten der Neustadt um den Rest des Spieles live zu verfolgen. Es war spannend und für mich auch sehr lustig zu sehen wie emotional Fußball für Fans sein kann. Ob ich den Ausgang gut fand oder nicht werde ich hier nicht kommentieren, das könnte böses Blut geben, ich bin ja kein Fußballfan und sehe solche Spiele eher konstruktiv.  Am Ende hatten wir einen schönen Abend und als unser Taxi dastand um die Gäste zum Hotel zu bringen war der Moment des Abschieds gekommen. Wie immer der schwerste Moment bei so einer Tour,  hinter uns lagen 4 wunderschöne Tourentage, persönliche Erlebnisse und vor allem neue Freundschaften. Gerade so eine kleine Gruppe schweißt enorm zusammen, der persönliche Austausch und persönliche Dinge machen all das zu einem besonderen Erlebnis.

Den heutigen Tag wollte ich nutzen um mein „Schlafdefizit“ der letzten Wochen nachzuholen, die innere Uhr hat mich 8:30 Uhr geweckt, zu spät für einen Tourentag, zu zeitig für einen tourenfreien Tag.  Was soll es? Ich steh auf und habe genug Zeit mich um die Bilder der vergangenen Tage zu kümmern und vor allem all das niederzuschreiben, was ich die letzten Tage erlebt habe. Unsere Gäste sind inzwischen gut zu Hause angekommen, mein Reisebericht ist hiermit fertig, die Bilder der Tour online und ich hoffe unseren Gästen geht es gut und sie erinnern sich gern an die Tourentage und den damit verbunden Erlebnissen. 

6 comments to “5 Gebirge in 5 Tagen…”
6 comments to “5 Gebirge in 5 Tagen…”
  1. jo, es waren wirklich schöne Tage! Manuela, dir nochmal vielen Dank für die gute Organisation und Streckenauswahl (und das Ausharren im Biergarten…)
    Leider hat mein Motorrad 25 km vor heimischen Gefilden den Geist dran gegeben – mal schauen, was mir morgen der Mechaniker erzählt 🙁

    Liebe Grüße
    Ulla

    • Hallo Ulla, der Biergartenabend war doch ganz nett und Fussball kann ja auch mal ganz spannend sein 🙂 Das mit deinem Mopped tut mir leid, vielleicht hatte es Heimweh nach Dresden und wollte deswegen nicht mehr? Ich drück dir die Daumen, dass es nicht schlimmes ist und falls doch erinnere dich an unser Gespräch bezüglich einer GS 🙂
      Liebe Grüße aus Dresden!

  2. Hallo Manuela,

    bin heute noch einen Tag zu Hause geblieben und hatte somit Zeit auch Deinen Bericht zu lesen. Prima kommentiert. Trifft eigentlich auch meinen
    Eindruck von der Tour. Sofern Du die Garantie vom guten Wetter aufrecht erhälst,spricht eigentlich nichts gegen ein Wiedersehen bei einer Eurer Touren im nächsten Jahr.
    ( Einer muss ja auch immer den Hut für das Wetter aufhaben !!! )

    Liebe Grüße aus Vlotho Angelika und Eberhard

    • Hallo ihr beiden, wir geben uns weiterhin große Mühe was das Wetter angeht, wollen euch ja schließlich gerne wiedersehen! Liebe Grüße zurück aus dem warmen Dresden!

  3. Hallo Manuela,
    es war wirklich eine schöne Tour !
    Vielen Dank für die perfekte Streckenwahl und die (manchmal versteckten) Highlights, die Du uns presentiert hast !
    Daß Du so viele schöne Fotos gemacht hast habe ich gar nicht mitbekommen. Dafür auch noch mal großes Lob!
    Auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr!
    Viele Grüße
    Rainer

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