BMW Testtour Vogtland

Auch heute steht wieder eine Tour auf dem Programm, eine BMW Testtour für Freunde der Marke BMW und vor allem die, die es noch werden wollen.  Bei dieser Tour werden den Teilnehmern die aktuellsten Modelle von BMW zur Verfügung gestellt und während der Touren durchgetauscht, so dass jeder die Möglichkeit hat alle Modelle zu fahren und sich für seinen ganz persönlichen Liebling zu entscheiden.  Für mich ist das besonders Schöne an der Tour das Ziel: das Vogtland! Ich liebe es und fühle mich auf diesen tollen Strecken unheimlich wohl. Jedes Jahr aufs Neue frage ich mich wie die Vogtländer es hinbekommen trotz harter Winter so astreine Straßen zu haben. Keine Winterschäden, keine endlosen Umleitungen – hier macht es einfach nur Spaß Motorrad zu fahren.

Der Treffpunkt ist an der BMW Niederlassung Dresden und insgesamt 13 Teilnehmer haben sich angemeldet. Die Tour war schon früh ausgebucht und eigentlich nur für 12 Teilnehmer vorgesehen. Nach langem Bitten eines Teilnehmers, der unbedingt mit dabei sein wollte entschloss ich mich diese Tour mit meiner eigenen BMW zu fahren und das Motorrad, was ich beansprucht hätte an die Gruppe abzugeben.  Auch wenn ich mich bereits für mein Traummotorrad entschieden habe und eine GS fahre macht es doch immer wieder Spaß auch andere Modelle dieser Marke zu fahren. Was tut man nicht alles um neue Familienmitglieder zu gewinnen?

Am Treffpunkt angekommen erwarteten mich bereits einige bekannte Gesichter, das Schöne daran waren die Gäste zu begrüßen, die von genau dem anderen Ende Deutschlands kamen, dort schon unsere Touren mitgefahren sind und nun auch mal den „Osten“ kennen lernen möchten. Stefan ist heute Morgen extra aus Köln angereist um an dieser Tour teilzunehmen, 3 Uhr morgens aufgestanden, knappe 600 km auf der Autobahn abgespult und nun in freudiger Erwartung den Osten zu erfahren ist er pünktlich angekommen.

Nach und nach trafen alle Gäste ein und der bereit gestellte Fuhrpark lies keine Wünsche offen. Wieder mit dabei waren Thomas und Martin aus Berlin. Ich erinnere mich noch heute sehr genau an Sie, letztes Jahr, angereist aus Berlin, 220 km Weg hinter sich und in Dresden angekommen bemerkten sie, dass sie die Motorradstiefel zu Hause vergessen hatten.  Alles hatten Sie dabei an Schutzkleidung nur eben nicht  die Stiefel? Was nun? Schnell  wurde damals der nächste Baumarkt ausgemacht und Arbeitsschutzstiefel  gekauft! Auch so kann es gehen, Improvisation ist eben alles!

Heute lief alles glatt, alle Gäste anwesend, nichts vergessen und schon bald sollte es los gehen.

Die obligatorischen Unterlagen ausgetauscht, ein kurzes Briefing zur Tour und den Motorrädern, jeder suchte sich sein Motorrad aus und los ging es!

Die Gruppe passte wunderbar, trotz Ampeln und Verkehr kamen wir ohne Probleme gut vorwärts. Die anfänglichen „Hupkonzerte“ hinter mir waren nichts Ungewöhnliches, bedarf es doch immer wieder einer Umstellung auf das Blinkersystem von BMW, da wo normalerweise ein Blinker ist, hat BMW seine Hupe, ach ist es schön! Nach 1 Stunde die erste Kaffeepause, die Teilnehmer konnten sich gar nicht genug austauschen über die ersten „Fahr-Erfahrungen“.  Der angekündigte Kaffee kam zügig, man einigte sich schnell wer was als nächstes fährt und schon ging es weiter. Die Gruppe war so gut unterwegs, kein Ausreisser, gutes Tempo so dass wir mehr als zeitig bei unserer Location für das Mittagessen ankamen.  Auch hier war der Service perfekt, das Essen kam schnell und die Aussicht von der Terrasse auf das noch vor uns liegende Erzgebirge war einmalig. Hm, sollte das so flott weiter gehen sind wir doch viel zu zeitig da? Egal mir wird schon etwas einfallen! Das nächste Stück Weg sollte uns ins Vogtland bringen zur berühmten Göltzschtalbrücke. Aus einer Umleitung wurde eine erneute Umleitung und von dort wieder eine Umleitung, wenn das so weiter geht würden wir wohl doch im Zeitplan liegen. Kleinste Straßen mit tollen Kurven zeigten mir diese Region von einer ganz neuen Seite und das nächste Mal werde ich wohl auch ohne Umleitung diese Strecken fahren. In Aue am Marktplatz angekommen, stand plötzlich eine ältere Dame mit Ihrem Gehstuhl mitten auf der Straße. Wir Motorradfahrer sind ja keine Unmenschen – also hielt ich an um der Dame den Weg für ein ruhiges Überqueren zu geben. Ein junger Mann, der sich als hilfreicher Autofahrer herausstellte, versuchte der völlig überforderten Dame über die Straße zu helfen. Wir haben ja Zeit also warten wir und fahren nicht vorbei, das könnte sie ja noch mehr erschrecken  Die Gruppe hinter mir kommt ebenfalls zum Stehen und plötzlich hupt da einer. Hallo? Sind wir nett oder sind wir nett? Im Nachgang war auch das mal wieder ein Versehen, Blinken und  Blinker ausmachen ist eben nichts so einfach bei BMW!  Jörg wir verzeihen dir!

Viel zu zeitig laut Plan an der Göltzschtalbrücke angekommen zeigte das Thermometer mittlerweile 25 Grad, die Gruppe war so gut beieinander, dass es einfach schade gewesen wäre jetzt schon im Hotel anzukommen. Also kurze Planänderung in Abstimmung mit den Gästen und egal was da noch kommt, wir fahren noch eine Runde. Was bietet sich dabei besser an als die legendäre Rennstrecke Schleizer Dreieck zu erkunden in der Hoffnung, dass sie heute frei ist und keine Veranstaltung stattfindet.  Also fix den Eiskaffee zu Ende geschlürft und in Richtung Rennstrecke gestartet.  Nach einem kurzen Tankstopp in Schleiz angekommen  war es soweit. Ich hatte alle Gäste vorher informiert, dass es sich hier um eine Rennstrecke handelt, wo viele Streckenabschnitte als offizielle Straße gelten und nur für Rennveranstaltungen gesperrt sind.  Wer wollte sollte hier einfach seine Leidenschaft austoben und testen was eine GS oder GTL kann- natürlich auf eigenes Risiko. Den Start dazu sollte mein Handzeichen sein: ab jetzt könnt ihr fahren und ich spiele den „Lumpensammler“. Die Strecke kommt, ich gebe Handzeichen- nix passiert? Häh haben die nicht zugehört? Ich werde noch langsamer und winke wie verrückt, jetzt versteht es der erste und zieht los, der Rest denkt einfach hinterher und schnell brausen GS, GT, GTL usw. an mir vorbei. Ich als letzter bleib hinten dran und das Ende dieser Strecke endet an einem Kreisverkehr. Da die Jungs und das eine Mädel nun nicht wussten welche Ausfahrt im Kreisverkehr die Richtige ist drehten sie ihre Runden bis ich dran war und den weiteren Weg vorgab. Wenige Km weiter gab es einen Abzweig zum nächsten Teilstück der Strecke, Blinker  gesetzt, abgebogen und an der Start-Ziel Gerade angekommen wieder mein Handzeichen. Jetzt hatte es jeder verstanden und zog an mir vorbei. Kurze Sekunden später sah ich nur noch rote Bremsleuchten, Hoppla – da stand eine blau-weiße Einsatzleitung, die uns allerdings nur freudig zuwinkte und weiter ging die Fahrt! Die Jungs kannten diesmal den Weg, auch der endete am Kreisverkehr, also rein und die richtige Ausfahrt genommen. Jetzt versuchte ich mich so langsam an den Kampfgeistern nach vorn zu schieben, die Strecke war allerdings nicht lang genug und als der bereits erwähnte Abzweig kam bogen die ersten wie selbstverständlich wieder links ab. Hallo Jungs, die eine Runde sollte reichen und wir müssten eigentlich geradeaus weiter! Hupen und winken half nichts, 10 von 13 Gästen waren wohl so voller Adrenalin, dass alles andere egal war. Ich hielt mit den restlichen Gästen am Abzweig an, gönnte ihnen eine Raucherpause und wollte die anderen einfach nur einholen um ihnen zu sagen, dass wir genau in die andere Richtung müssen. Es war schier unmöglich sie einzuholen, die hatte jetzt das Rennfieber gepackt.  Was tun? Sie kennen die Strecke und wenn sie schlau sind kommen sie hier an der Hauptstraße wieder vorbei. Also das Stück zurück gefahren und gewartet. Ja warten in praller Sonne macht nicht wirklich Spaß aber als dann 10 Minuten später (danke an die Mitdenker in der Gruppe) freudestrahlende Gesichter auftauchten hatte sich das Warten gelohnt! Fein gemacht und jetzt wisst ihr auch, dass „Mann“ mit einer BMW gut über die Rennstrecke fahren kann!  Glück hatte wohl der, der gerade die 1000 RR unter seinem Hintern hatte aber im Nachgang erfuhr ich, dass alle so begeistert waren und die Idee Schleiz zu befahren das Highlight für heute war! Vielleicht sollte ich ab jetzt nur noch Rennstrecken fahren? 30 Minuten später im Hotel angekommen war der erste Gang in den Biergarten und ein echtes Sternquell machte zisch und weg! Zisch und weg vor allem bei Werner, der das Pech hatte, dass sein bestelltes Bier vergessen wurde und als es dann kam, der wacklige Tisch einen astreinen Stunt verursachte wo insgesamt 3 Gläser Bier in Sekundenschnelle vernichtet wurden.  Das neu georderte Bier ließ nicht lange auf sich warten aber auch der nächste Scherbenhaufen nicht. Warum, weshalb, wieso auch immer klirrten kurze Zeit später wieder die Gläser und Werner sein Glas ging erneut zu Bruch. Werner woran liegt das wohl? War die Rennstrecke auf der GT doch zu  heiß? Wir haben es nie erfahren und Werner ist trotzdem noch zu seinem Bier gekommen. Ein unterhaltsamer Abend, ein lecker Essen und alles war perfekt!

Für den nächsten Tag war ein „ALMOTO“ Zuwachs angesagt, Micha als Insider und „Eingeborener“ soll zukünftig unsere Vogtlandtouren als Tourguide übernehmen und hatte sich bereit erklärte den ersten Teil der Tour zu übernehmen. Nach einem ausgiebigen Frühstück und wohl für alle eine hervorragende Nachtruhe starteten wir in bester Laune um nun die kleinen geheimen Ecken des Vogtlandes kennen zu lernen. Unser erstes Ziel war Mödlareuth, ein kleiner Ort im Vogtland, der große Geschichte geschrieben hat. Kurze Zeit später hier angekommen war es für unsere Gäste eine echte Überraschung, wurde doch viel über die „Wendezeit“ berichtet aber nie über diesen Ort, der so arg von der Teilung Deutschlands betroffen war. Trotz angenehmer 25 Grad ließ uns die Anwesenheit hier noch einen kalten Schauer über den Rücken jagen.  Kleine Straßen, blühende Rapsfelder die wohl jeden Allergiker zum Wahnsinn getrieben hätten und kühle Wälder mit endlosen Kurvenstrecken waren unser Wegbegleiter bis zum Fichtelberg.  Mittlerweile wurde gedealt und getauscht was das Zeug hält, bei jeder Pause war die GTL umstritten (natürlich ohne Kämpfe) aber immerhin. K 1300- die will ich haben! GS Adventure – ich will sie auch! Es freute mich und wir waren echt im Zugzwang zu erklären, dass es doch schon bald den nächsten Stopp zum Wechseln geben wird.

Dier Strecke von Johanngeorgenstadt zum Fichtelberg bot  ein besonderes Erlebnis. Eine Dame (ich bezeichne sie mal als mittleren Alters) säumte unseren Weg, ich musste schon 2x hinschauen aber die wohl  überwiegend männlichen Gäste schauten sicher mehrfach oder vielleicht gar nicht hin?  Besser war es wohl- alle die dabei waren wissen was ich meine und auch wenn es nicht erwähnenswert ist war es wohl doch ein Gesprächsthema auf dem Fichtelberg. Jungs seid froh, dass es so viele schöne Frauen auf dieser Welt gibt und wenn ihr die noch nicht gefunden habt denkt immer wieder an diese Dame zurück! Es könnte euch schlechter treffen.

Der Fichtelberg, wie immer windig, frisch und voller Motorradfahrer lies und keine andere Wahl als im Restaurant den bestellten Tisch in Anspruch zu nehmen. Lecker Essen und gestärkt machten wir noch eine kleine Fotosession und dann ging es ab nach Tschechien. Eine neue Straße über den Erzgebirgskamm, die mir netterweise die Gäste der letzen BMW Chemnitz Tour gezeigt haben waren wir wieder eins mit der Gruppe und der Landschaft. Ein kurzer Stopp im Duty Free vor der Grenze und nun hieß es Meter machen um wieder heile in Dresden anzukommen.

Fast pünktlich erreichten wir die BMW Niederlassung in Dresden und ich war froh darüber wieder eine Tour ohne Zwischenfälle und vor allem ohne Schäden hinter mich gebracht zu haben. Glückliche Gesichter, die wohl heute Nacht davon träumen ein GTL oder auch RR über das Schleizer Dreieck gejagt zu haben, unterwegs mit Freunden zu sein oder auch einfach nur den Fahrspaß genossen zu haben- was  kann es Schöneres geben? Jungs träumt nicht zulange, lebt euren Traum und wenn ihr den Traum die letzten beiden Tage gefunden habt  zögert nicht. Ich erkläre euch gern nochmal den Weg zur BMW Niederlassung und dort wird euch sich der Traum erfüllt. Solltet ihr noch Bedenkzeit brauche dann gibt es ja noch ein paar weitere Touren mit BMW, die eure Bedenkzeit gern erleichtern!

Danke auch an Julia, die eine so hervorragende Motorradfahrerin ist und die Statistik der Motorrad fahrenden Frauen bereichert! BMW nimmt auch Kawasakis in Zahlung, du musst es nur wollen!

Die Bilder zur Tour gibt es hier: http://www.bilder.almoto.de/tourenbilder-2011/mai-2011/bmw-testtour-von-dresden-ins-vogtland/

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