Regen oder Regen?

Gerade aus Norwegen zurück stand für mich ein volles Tourenprogramm an diesem Wochenende an.
Seit Donnerstag liefen die Vorbereitungen zum legendären Langstrecken-Moppedrennen(www.moppedrennen.de)  am Dresdner Flughafen an und jede Hand wurde gebraucht. Also Reifen stapeln, Strecke legen und alle Muskeln bewegen, die man sonst selten braucht. Freitagabend waren 60 Teams anwesend, die organisiert, bewegt und kontrolliert werden mussten. Die Spannung war auf Höchstmaß und das Wetter mit über 30 Grad machte es uns allen nicht einfach. Ich wäre gern länger vor Ort geblieben aber die anstehende Tour am Samstag forderte vollste Aufmerksamkeit, daher war 23 Uhr Schluss für mich.

Die Temperaturen waren noch immer auf „Backofen höchste Stufe“ gestellt und erst die Nacht brachte eine Abkühlung, mehr als gewünscht denn der Samstagmorgen zeigte sich mit 10 Grad und dicken Regenwolken. Leder oder Textil? Das war hier die Frage! Ich entschied mich für Textil, Regenkombi wie immer dabei und los ging es in Richtung Leipzig. Die Wolken wurden dichter, der Regen immer häufiger und in Leipzig angekommen war es einfach nur noch kalt. Was soll´s? 6 standhafte Motorradfahrer waren vor Ort an der BMW Niederlassung Leipzig und wir entschieden uns loszufahren und spontan zu entscheiden, ob wir die geplante Runde so fahren werden oder notfalls umkehren.

Der Regen wurde heftiger und nach der ersten Fahrstunde wärmten wir uns bei lecker Kaffee in Didi´s Imbiss in Rückersdorf auf. Es war die richtige Entscheidung hier Pause zu machen, nettes Personal, ein Pott Kaffee für nur 1 Euro und dazu gibt es hier noch eine warme  „Raucherzone“.  

Der Regen wollte nicht aufhören, die ersten von uns waren nass bis auf das T-Shirt, was jetzt? Weiterfahren oder Umdrehen? Wir entschieden uns für Weiterfahren, im Vogtland sollte es ja nicht so viel regnen und wir waren guter Hoffnung. Das erste Etappenziel war die Göltzschtalbrücke, zwischenzeitlich hörte es auf zu regnen und die Hoffnung auf ein trockenes Ende stieg. Wir legten eine entspannte Mittagspause ein und leider meinte es Petrus nicht so gut mit uns, mit der geplanten Weiterfahrt öffneten sich mal wieder alle Schleusen und all die traumhaften Strecken, die das Vogtland zu bieten hatte wurde zu einer einzigen Regenbahn. Gestern noch weit über 30 Grad und heute klettert das Thermometer nicht über 12 Grad, wie kann das nur sein? Mag mich Petrus nicht mehr?
Der Wetterlage entsprechend entschieden wir uns die Tour zu kürzen, einen Abstecher nach Pausa zu machen und dann in Richtung Leipzig heimzukehren. Viel mehr konnte ich nicht tun. Die Stimmung war trotz des miesen Wetters gut und es tat mir echt leid, dass wir unser heutiges Tourenziel aufgrund der Umstände nicht erreicht haben. Aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben und von daher werden wir diese Tour wiederholen, immer in der Hoffnung, dass das Wetter dann gut passt. Ein letzter Stopp kurz vor Leipzig, der Regen hatte inzwischen aufgehört und so langsam kämpfte sich die Sonne durch. Warum erst jetzt und nicht schon viel eher? Es wird seinen Sinn haben auch wenn ich ihn nicht verstehen werde. Wer den Tag im Trockenen zu Hause verbracht hat wird sich freuen, wer mit uns unterwegs war wird wohl noch öfters daran denken.

Wo lässt sich angeblich „wasserdichte“ Bekleidung besser testen als an so einem Tag, auch wenn „MANN“ unfreiwillig zur Testperson wird? Wie genau testet die Industrie eigentlich wenn sich am Ende herausstellt, dass „wasserdicht“ nicht „wasserdicht“ ist?
Ich hatte meine klassische Regenkombi, die hielt dicht bis nach Hause, die wasserdichten Stiefel versagten ihren Dienst.

In Dresden angekommen lief das Moppedrennen auf Hochtouren, mehr als 10 Stunden Dauerregen hielt die zahlreichen Teams nicht davon ab um jeden Platz zu kämpfen. Mit meiner Ankunft in Dresden hörte der Regen auf und die Sonne verabschiedete sich mit einem gigantischen Untergang. Hätte ich vielleicht schon eher zurück fahren sollen? Der Zieleinlauf des Rennens war Gänsehaut pur, 60 Teams hatten bittere 11 Stunden gekämpft, bei Temperaturen um die 12 Grad und Dauerregen, hier ging es um Sekunden und Plätze machen. Bin ich froh, dass ich heute „nur“ eine Tour gefahren bin wo es nicht um Geschwindigkeit und Platzierungen ging. Hut ab vor all den Fahrern, die so lange ausgehalten haben und ganz sicher nicht mit einem Regenkombi gefahren sind. Die Party nach dem Rennen, die lachenden Gesichter der Sieger – all das entschädigt für die Unannehmlichkeiten eines so verregneten Tages, bei schönem Wetter fahren kann jeder, bei Regen ist es immer wieder eine Herausforderung für jeden einzelnen!  

Mein Dank geht an alle meine Gäste, die trotz Regen so eisern durchgehalten haben, an die enorme Bereitschaft sich mit Regenkleidung auszuhelfen damit alle weiterfahren konnten und vor allem, dass ihr trotzdem so gut mitgefahren seid! Meine GS sieht aus wie eine GS. Dreck und Schlamm in jeder Ritze, dafür ist sie wohl eine GS geworden. Jetzt sehne ich mich nach einer heißen Dusche, einer Flasche Bier zum Ausklang des Tages und ein wenig Stunden Schlaf bis zur morgigen Tour. 

Fotos? Damit kann ich von dieser Tour leider nicht dienen, ich war froh meinen wasserdichten Tankrucksack nicht öffnen zu müssen. Ach ja ein Schnappschuss ist mir gelungen bei unserem Stopp in Pausa, als der Regen mal für ein paar Minuten aufhörte und wir uns den Mittelpunkt der Erde anschauen konnten.

 

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