Das Notizbuch ist gefüllt…

IMG_6275… mit Details der vergangenen Touren und den wunderbarsten Erlebnissen.

Am 14.03. begann meine Saison in Lappland. Jetzt fragt sich wohl jeder was Lappland im Winter mit Motorradtouren zu tun hat, zu recht! Ich war nicht hier um Motorrad zu fahren, ich war hier um nach Alternativen zu suchen, die uns Motorradfahrern die Saison verlängern bzw. uns einen Ausgleich bieten auf die Warterei bis zum nächsten Sommer. Ich muss gestehen, ich mag den Winter nicht wirklich, Motorradguide im Sommer, Skiguide im Winter – das wäre perfekt, aber… Ski fahren ist mir persönlich zu gefährlich 🙂

Der Winter hat mehr zu bieten und aus dem Grund war ich auf einer Safari unterwegs mit Motorschlitten, Huskys und Renntieren, ich habe mich neu verliebt in die Jahreszeit Winter, habe  Minus 20 Grad lieben gelernt und vor allem habe ich die Lappen lieben gelernt! Es ist ein Traum und die perfekte Ergänzung zum Motorradfahren! Die Lappen haben ein Sprichwort: „Du warst hier zu Besuch und du wirst uns wieder verlassen, du wirst jedoch Lappland niemals wirklich verlassen“. Ich muss gestehen „Sie haben recht“! Ich hätte nie gedacht, dass mir diese Temperaturen wirklich Spaß machen werden, es hat Spaß gemacht bei Minus 10 Grad die alltägliche Morgendusche auf der Terrasse der Hütte zu erledigen, unterwegs zu sein auf Motorschlitten in völliger Einsamkeit, der Sonne entgegen zu schauen und bei Minus 20 Grad mit Sonne satt, sich einen Sonnenbrand im Gesicht zu holen, als die Huskys ihr Eigenleben entwickelten.

Es ist schwer einen Sonnenanbeter vom Winter zu überzeugen, die Lappen haben es geschafft und ab 2015 wird es eine Tour geben, die einzigartig und schön ist, Abenteuer pur und eine echte Alternative zu Motorradtouren im europäischen Sommer. Ihr dürft gespannt sein!

Nur 7 Tage später, unterwegs in Andalusien, kein Schnee, nein Sonne satt. Die erste wirkliche Motorradtour der Saison und im Schlepptau 8 glückliche Gäste. Der Winter ist vergessen, wir haben 20 Grad und jede Menge Fahrspaß! Es war für mich persönlich der beste Einstieg in die Motorradsaison, diese Gruppe hätte ich gern öfters, lustig, unkompliziert und super nett! Es waren phantastische Tourentage, Schwaben, Sachsen, Rheinländer, keiner verstand den anderen und trotzdem haben wir uns verstanden, ohne Dolmetscher und ohne Wörterbuch 🙂

7 Tage später dann unsere Tour durch Marokko, es ist die wohl abenteuerlichste Tour in unserem Programm, nicht weil wir keinen Plan hätten, nein viel eher weil es ein völlig anderes Land, ein anderer Kontinent  ist und die Zeit hier ganz anders tickt. Eine spannungsvolle Tour mit 12 Teilnehmern, hohen Erwartungen, und Emotionen pur. Die Marokkaner haben auch ein Sprichwort: „Ihr Europäer habt die Uhr, wir Marokkaner haben die Zeit“, wir haben die Zeit genossen, haben Abenteuer erlebt und damit verbunden eine wunderbare Tour verbracht, die man so schnell nicht vergessen wird, es war das echte Leben der Marokkaner in das wir eintauchen durften und was kein Reiseführer wirklich beschreiben kann. Mein Notizbuch ist voll mit den Erlebnissen und in Kürze wird es hier auch mehr zu dieser Tour geben.

Non-Stop von Marokko nach Italien und die „deutsche“ Wirklichkeit holt dich zurück auf den Boden der Tatsachen. Ich hatte mich inzwischen gewöhnt an die marokkanische Gelassenheit, „Eile tötet“  – ein typisches Sprichwort und es hat seinen Sinn, erwarteten mich und unseren 2. Tourguide 17 deutsche Gäste in Italien, wo bei dem Großteil der Teilnehmer das Wort „Gelassenheit“ ein Fremdwort war, schade darum und somit wurde die Tour zu einem „Stressfaktor“. Pausen mussten geplant und möglichst minutengenau eingehalten werden, nur keine Zeit verlieren! Hallo? Sind wir auf der Flucht oder im Urlaub? 260 Tageskilometer sollten genug sein, Kurven und Kehren, Land und Leute kennenlernen, alles im Programm und trotzdem passt es noch immer nicht? Wir passten, gaben auf, bis auf wenige Gäste, denen es scheinbar trotzdem gefallen hat, kein „Bitte“, kein „Danke“, die klare Ansage jeden Tag: MACH!, wir haben gemacht und die Tour zu Ende gebracht.

Ich habe in den letzten 3 Monaten 4 Länder bereist, habe eine Vielzahl an Erlebnissen im Gepäck, die mein Leben bereichern und ich bin froh dafür! Mein Notizbuch ist voll und wenn ich die Zeit habe, werde ich darüber berichten. In 2 Tagen geht es nach Spanien und die nächsten Gäste warten, sie erwarten das was wir versprechen, einen unvergesslicher Urlaub und wir werden alles dafür tun, dass sie ihn erleben!

In dem Sinne: „Eile tötet“ und wir haben ganz sicher keine Eile 🙂

 

 

 

 

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