Mundraub in Spanien

Seit 21 Tagen liegt meine letzte Andalusientour hinter mir, eine Tour die so unendlich viel Spaß gemacht hat und mein Herz immer wieder an der Grenze des „Machbaren“  schlagen lässt. Das klingt jetzt voll poetisch aber wer mich kennt weiß wie sehr ich genau diese Touren liebe! Wer schon dabei war kann das ganz sicher bestätigen, es ist meine zweite Heimat und ich liebe dieses Land so sehr. Es tut mir weh immer wieder zu erfahren, wie stark Spanien verschuldet ist, wie hoch die Arbeitslosigkeit dort ist und vor allem wie schwer es dieses Land hat endlich auf eigenen Füssen zu stehen. Doch ich will nicht jammern, ich gebe alles um Spanien zu helfen, auch wenn es nur unsere Gäste sind, die den Tourismus dort beleben oder gar die vielen leckeren Lebensmittel, die es sich lohnt aus Spanien mitzunehmen.

Lebensmittel ist hier genau das richtige Stichwort, man braucht in Spanien kein Geld ausgeben um satt zu werden, die Natur bietet so viele Köstlichkeiten und wir haben sie alle probiert. Ob es den Bauern rechtgewesen wäre weiß ich nicht. Ich wollte nur alles probieren, habe es auch getan und Mundraub ist ja nicht verboten- dazu aber später mehr.

Unsere Tour im April war anstrengend, nein nicht weil die Gäste anstrengend waren, viel eher weil wir im Rahmen unserer Tour einige zusätzliche Transportaufträge hatten.  Gestartet sind wir mit unserem Mercedes Sprinter und einem 6 Meter Anhänger, prall gefüllt mit teuren Motorrädern, angefangen von BMW  über eine KTM bis hin zu Harley-Davidson Motorräder. 

Die Hinfahrt erwies sich als ruhig und störungsfrei. Unser erster Job war es 3 Harleys in Motril abzuliefern, hier fand gerade ein großes Event eines „nicht ganz unbekannten Mitbewerbers“ statt. Aufgrund der wohl doch sehr hohen Preise hatte sich unser Kunde (der bei dem Event dabei sein wollte) entschieden seine Motorräder mit uns nach Spanien zu bringen. Pünktlich angekommen in Motril lieferten wir diese 3 Motorräder aus und das ganz dezent, abseits vom Trubel der zahlreichen Harleyfahrer, die hier emsig unterwegs waren. Warum wir trotzdem aufgefallen sind weiß ich nicht, der „Mitbewerber“ bekam Wind davon und es gab Stress, den ich gern vermieden hätte. Was soll es – wir hatten einen Auftrag und den haben wir gut erledigt, wenn sich die „Großen“ über die „Kleinen“ aufregen dann ist das meist ein Zeichen, dass die „Großen“ gar nicht so groß sind wie sie tun. Unsere Gäste waren jedenfalls 100% zufrieden und wir hatten kein schlechtes Gewissen, warum auch?

Da die offizielle Tour erst in ein paar Tagen starten sollte hatten wir jetzt „Frei“.  Wir bezogen unser Hotel in Nerja, entluden die restlichen Motorräder der Gäste und gönnten uns eine kleine Auszeit. Das Wetter war perfekt und ich hatte riesig Lust auf eine Motorradtour. In 2 Tagen sollte unser Tourguide Andre anreisen, mit dem wir zukünftig auch Offroadtouren in Andalusien anbieten wollen.  Seine GS Adventure stand so einsam auf dem Parkplatz und ich hatte keine Lust auf eine „Soziustour“, also schnell eine SMS geschickt ob mein Mann seine GS fahren kann und genauso schnell kam die Antwort – „Na klar“! Wir wollten heute einfach mal nur eine „Erwärmungsrunde“ fahren, schnell eine bisher noch unbekannte Strecke geplant und los ging es!

Es war phantastisch, wir fuhren durch die absolute Einsamkeit, standen plötzlich vor unbefestigten Straßen und meine GS musste mal wieder ihre Offroadfähigkeiten beweisen. Wer kennt das nicht, wenn er sich in unbekannten Regionen bewegt – das Herzklopfen wenn man nicht weiß was hinter dem nächsten Abzweig kommt? Ich gewöhnte mich an das Herzklopfen und hatte jede Menge Spaß dabei. Stell dir vor du bewegst dich durch eine endlos trockene Region und plötzlich passierst du eine Kurve, hinter der sich wie aus dem Nichts ein karibikblauer Stausee von seiner schönsten Seite zeigt! Genau das haben wir erlebt und genau das lässt mir immer wieder den Atem stocken, anhalten und einfach das aufnehmen was  hier passiert!

Es ist so unglaublich schön hier und noch schöner wurde es auf dem nächsten Streckenabschnitt. Wir wählten den Weg über einen doch recht unbekannten Pass in Richtung Malaga, der mit so unendlich von Kurven gespickt war und vor allem vor gähnender Leere strotzte. Wir waren hier allein unterwegs, Kurve links, Kurve rechts und ganz plötzlich ein kleines Lokal. Bremse gezogen, ABS genutzt und angehalten, es war Mittagszeit und damit Zeit für ein kleines Mittagessen. Das Restaurant war definitiv geöffnet, nur weit und breit niemand zu sehen. Was soll es, wir haben Hunger und ich begab mich auf direktem Wege in die Küche. Dort war ein altes Mütterchen am Kochen und über mich ein wenig erschrocken. Ich fragte sie ob wir etwas essen könnten und sie meinte, das sei kein Problem. Sie drückte uns die Speisekarte in die Hand und deckte ganz fix den Tisch ( wie in Spanien üblich mit Papiertischdecken).  

Wir bestellten leichte Kost und kalte Getränke und schnell verschwand sie wieder in ihre Küche. Ich hatte mich für einen Salat entschieden, der laut Karte nur 2,00 Euro kosten sollte, nicht weil ich sparsam sein wollte, eher weil ich keinen großen Hunger hatte. Was ich dann serviert bekam war ein Salat der Superlative, groß und üppig mit allem was zu einem perfekten Salat dazu gehört. Ich war sprachlos und sprachlos war auch unser Mütterchen. Trotz meiner spanischen Sprachkenntnisse konnte sie uns und wir sie nur schwer verstehen, hier in der Einsamkeit der Berge gilt wohl ein eigener Dialekt, den wir trotz allem überwunden haben. Wir genossen ein wunderbares Mittagessen und ich erfuhr, dass der Baum unter dem wir gesessen hatten ein Aprikosenbaum war. Warum ist das wichtig? Weil er uns in der Hitze viel Schatten gespendet hatte und ich ein Freund von Pflanzen jeglicher Art bin! Unsere Pause dauerte ca. 1,5 Stunden und die einzigsten Menschen, die uns in dieser Zeit begegnet sind war ein Pärchen auf dem Fahrrad, die  wohl auch das Kurvenparadies genossen haben. Im Normalfall macht Mittagessen müde, der weitere Kurvenritt durch die Berge hielt uns wach und 2 Stunden später waren wir wieder in Nerja in unserem Hotel. Wie es sich nach jeder Tour gehört, genossen wir zuerst ein kaltes Serveza und waren rundum glücklich.

2 Tage später war Ankunftstag von unserem Andre und die ersten Touren sollten uns gemeinsam durch die Sierra Nevada führen. Nach einem perfekten Frühstück im Hotel ging es los, für mich leider nur als Sozia aber dafür immer Stand-by mit der Kamera. Das erste Ziel war der Mulhacen und heute konnten wir noch Experimente machen, eine noch gesperrte Straße war für uns kein Hindernis und auf 2500 Metern Höhe angekommen gab es hier Ende April noch mächtig viel Schnee, Schnee nur auf den Bergen, die Straßen waren perfekt freigeräumt und dank der einstelligen Temperaturen reichte unsere Pause hier oben gerade mal für ein Zigarette. Also schnell wieder runter vom Berg und genauso schnell stiegen die Temperaturen in den zweistelligen Bereich.

Ab hier  folgte einer meiner Lieblingsstrecken, die Landschaft wechselt in Minutenschnelle, von verdorrten Landschaften über kristallklare Stauseen bis hin zu grünenden Berglandschaften um am Ende in die rote Erde bei Guadix anzukommen. Guadix eine Stadt, wo die Mehrzahl der Bewohner in Höhlen lebt um sich vor der Hitze des Sommers zu schützen. Kurven, Kurven, Kurven und ein perfektes Asphaltband hätten hier noch tausende Kilometer lang sein dürfen. Kleine Pausen an den Stauseen, die Hitze des Tages und vor allem die Aussicht von den roten Bergen auf die schneebedeckten Spitzen der Sierra Nevada machten diese Tour rundum perfekt.

In Nerja zurück genossen wir wie gewohnt das erste kalte Bier, Andre war so hin und weg von den Eindrücken des Tages, dass wir einfach nur endlos Gesprächsstoff hatten und von den heutigen 350 Tageskilometern war nichts im Hintern zu spüren.

Der nächste Tag zeigte sich mit wolkenverhangenem Himmel und der Vorschau auf Regen, genau das was einem Motorradfahrer ja nicht wirklich viel Spaß bereitet. Uns war es egal, weil die Tour so vielversprechend war und zur Not musste die Regenkombi herhalten. Schon der erste Abschnitt der Tour über die alte Küstenstraße war atemberaubend, feinster Asphalt und immer direkt entlang am Meer, hier und da zeigte sich ein Stück blauer Himmel und ich war optimistisch doch noch trocken zu bleiben. Das erste Ziel für heute war Trevelez, das höchstgelegene Dorf in den Bergen wo der phantastische Serrano Schinken hergestellt wird. Bis hier eine tolle Tour und auch trocken, je höher wir kamen desto nebliger wurde es. In Trevelez angekommen fing der Regen an und wollte nun auch nicht mehr aufhören. Eine Pause bei köstlichem Schinken und Käse wollte den Regen trotzdem nicht vertreiben und nach 45 Minuten entschlossen wir uns weiter zu fahren.

Die weitere Route durch die Berge mussten wir dann doch irgendwann abkürzen weil keine Wetterbesserung in Sicht war. Von jetzt an ging es bergab über endlos viele Kurven und irgendwann hörte auch der Regen auf. An der Küste angekommen schien die Sonne und mit dem tollen Wetter hatten wir nun die auch keine Lust mehr auf den schnellen Weg ins Hotel. Schnell wurden die Karten studiert und eine scheinbar schöne Strecke gefunden. Die Strecke war auch schön, nur führte sie wieder ganz langsam zurück in die Berge und damit zurück in den Regen. Wir haben Ende April und mein Thermometer an der GS sank auf 7 Grad, die Sicht stark beeinträchtigt durch Nebel und schnell entschieden wir uns für einen Rückzug. Also erneut auf die Karte geschaut, den schnellsten Weg zur Küste gewählt t und damit eine Strecke gefunden, die von „Hoppelpiste“ in bestes Asphaltband überging und mit ihren zahlreichen Kurven einfach nur Laune machte.

Ich wollte diese Strecke gern mit meiner Kamera festhalten und hielt bei einer kleinen Haltebucht an. Andre und ich stiegen von ihren Moppeds und  dabei bemerkte ich, dass genau hier eines der unzähligen Folienzelte in dieser Region stand. Meine Neugierde war geweckt, was wächst hier wohl? Die Folien ließen genug Freiraum um einen Blick zu erhaschen, ach Tomaten dachte ich. Andre war da bereit sein Stück weiter, er fand en ungesicherten Eingang und eh ich mich versah war er darin verschwunden. Ok dachte ich er wird schon wieder auftauchen, 5,10,15 – ich zählte die Minuten und Andre war noch immer nicht zurück. Den vorbeikommenden Autos signalisierte ich doch nur Fotos machen zu wollen, „Schit“ wenn der Besitzer jetzt kommt was dann? Gefühlte 20 Minuten später  knarrte das Tor und Andre war wieder da. Mein Gott was hast du nur so lange gemacht fragte ich ihn, ich habe fotografiert meinte er. Und warum hast du nicht gleich geerntet fragt ich? Warum habe ich wohl so einen dicken Bauch meine er und öffnete seine Motorradjacke, ein ganzer Beutel Strauchtomaten kam zum Vorschein und erleichtert von allem mussten wir nur darüber lachen.

Zum ersten Bier nach der Tour gab es heute frisch geerntete Tomaten, die so lecker geschmeckt haben,  wie Tomaten noch nie geschmeckt hatten.

Der nächste Tag begann mit Regen und endete mit Sonnenschein, ein Grund mehr nach dem Abendessen im Hotel die Altstadt von Nerja zu erkunden. Erstes Ziel war der „Balcon de Europa“ und wir waren nicht die einzigen Touristen, die die Aussicht genossen und vor allem einen milden Abend. Immer auf der Suche nach spektakulären Fotos entdeckte ich eine Polizeistreife. Weit genug entfernt, zog ich mein Teleobjektiv auf und fotografierte die beiden Polizisten bei ihrer Streife. Ich blieb leider nicht unentdeckt, hatte ich doch vergessen das Blitzlicht auszuschalten. Plötzlich steuerten beide Herren auf uns zu und wollten wissen ob ich sie fotografiert hätte, meine Ausrede, dass ich nur das Hotel geknipst hätte ließen sie nicht gelten und ich musste jedes Foto in meiner Kamera vorzeigen mit der Bemerkung „ Delete please“. Ich sah das Ganze noch recht sportlich, drückte meine Bilderserie rückwärts aber spanische Polizisten sind nicht dumm und merkten das recht schnell. Ich musste jedes Bild der beiden löschen, warum fragte ich und die Antwort war „Terrorismusgefahr“ als ob ich wie ein Terrorist aussah! Egal, ich war froh, dass es keine Konsequenzen gab und die nächste Bar mit einem Bierchen war unsere!

Am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen von Nerja und der Sierra Nevada, es ging weiter in Richtung Marbella. Die Strecke ging heute über die Sierra Almijarra, einsame kleine Bergstrecken und faszinierende Ausblicke sollten unser Begleiter werden. Andre und ich vollzogen mal wieder reine Naturkunde, Obstbäume mit uns bisher unbekannten Früchten wurden geplündert oder besser gesagt geschmacklich getestet, Nispero heißt die köstliche Frucht und wir haben sie genossen. Andere Früchte waren noch im Reifungsprozess und werden uns ganz sicher im Herbst bei der nächsten Tour mit ihrem Geschmack beglücken.

Unsere Tour konnten wir leider nicht wie geplant zu Ende fahren weil der Regen und Nebel in den Bergen ab Mittag so stark wurde, dass wir freiwillig den schnellsten Weg nach Marbella wählten.

Hier angekommen trafen kurze Zeit später auch schon die ersten Gäste unserer 7 Tagestour ein. Ein herzliches Willkommen, eine erstes „Beschnuppern“ am Abend in unserem Lieblingslokal und die nächsten Tage konnten starten!

Ab heute meinte es der Wettergott gut mit uns, ein langsames herantasten an neue Strecken für unsere Gäste und jede Menge Fahrspaß waren angesagt. Diese Region ist inzwischen meine zweite Heimat und bei unseren Pausen wurde ich immer wieder herzlich begrüßt, hatten wir uns doch erst vor wenigen Wochen gesehen und wurden immer wieder freudig empfangen!

Die Tage vergingen viel zu schnell! Ich zeigte unseren Gästen meine zweite Heimat, wir testeten neue Strecken aus und hatten eine Menge Spaß.  Die Abende verbrachten wir in landestypischen Restaurants mit jeder Menge Herzlichkeit und jeder Menge Geschmackserlebnisse! Sagst du deinen Gästen, heute Abend gehen wir in ein deutsches Restaurant zu Frank, dann hält sich die Begeisterung in Grenzen, deutsch essen könne wir auch z Hause wird wohl jeder dabei denken. Wir haben es trotzdem getan, weil Frank nicht nur deutsch ist sondern ein Essen der Extraklasse bietet!

Wie jeden Abend sammelt sich die Gruppe nach dem Essen nochmal im Tourguide Haus zum abschließenden Umtrunk, heute sollte sich der Umtrunk schwierig gestalten. Unser Haus war eine Festung, gesichert mit unzähligen Schlössern und Gittern. Grundsätzlich kein Thema, wir haben ja alle Schlüssel dabei. Heute ein Problem, weil das Schloss nicht mehr funktionierte.  23 Uhr am Haus angekommen spielte der Schließzylinder nicht mehr mit. Schlüssel rein, Schlüssel raus, nix ging mehr, Andre holte sein Bordwerkzeug, versuchte das Schloss aufzuschrauben – kein Chance. Stell dir vor du stehst mit einer winzigen Taschenlampe vor deinem Haus und versuchst vergeblich rein zu kommen, kein schönes Gefühl. Wann wird der erste Anwohner die Polizei rufen, erscheint es doch wie ein Einbruch? Wo werde ich heute Nacht schlafen? Alles Gedanken, die sich in dem Moment schlecht einordnen lassen! Dann die zündende Idee, wir versuchen es über die Terrassentür, eine kleine „ Checkkarte“ und schon waren wir drin! Was für ein Glück und trotzdem stimmt so etwas sehr nachdenklich! Das Bier schmeckte umso besser und ich war endlos erleichtert! 2 Stunden später, wir hatten es uns verdient, war Feierabend und  eine kurze Nachtruhe  vorprogrammiert.

Zum Tourenprogramm gehört ein hausgemachter Tapasabend, die Gäste haben tourenfrei und ich kümmere mich, als gelernter Gastronom, um genau diesen Tapasabend. Dafür gehe ich zum Markt, kaufe frische Scampis und all die anderen Zutaten ein und dann wird gepullt, gekocht und vorbereitet. Ein Highlight bei unserer Tour und am Ende rollen sich unsere Gäste satt und zufrieden in ihre Betten.

Der nächste und leider auch letzte Tourentag stand auf dem Programm, Gibraltar sollte es sein. Es regnete nicht aber die Temperaturen bewegten sich in den Bergen im einstelligen Bereich, Grund genug immer wieder eine Pause einzulegen um sich aufzuwärmen. Bergab stiegen die Temperaturen stetig an und in Gibraltar angekommen wurden die Innenfutter der Kombi zu einem echten Bedrängnis. Warm, warm, warm und bevor wir uns auf die britische Halbinsel wagten genossen wir ein ordentliches Mittagessen auf spanischer Seite. 200 Schritte weiter waren wir in Gibraltar, wie immer ging es ab dort nur noch mit unserem Taxishuttle vorwärts. Die Jungs von der Zentrale freuten sich über das Wiedersehen und mein letzter „Driver“ Malcolm bedauerte, dass er heute nur Dienst auf Abruf hatte. Uns wurde ein Fahrer zugeteilt, den ich vom letzten Jahr kannte und die Freude war auf beiden Seiten! Wer Gibraltar nicht kennt, dem sei gesagt, dass es besser ist sein Fahrzeug auf spanischer Seite stehen zu lassen, nirgendwo ist der Verkehr so stressig wie hier! Nach unserer 2-stündigen Tour konnten es die Gäste auch nachvollziehen warum wir das tun und am Ende waren alle froh, dass unsere Moppeds sicher auf spanischer Seite standen.

Auf dem Rückweg legten wir noch einen Stopp an einer die vielen „Chiringuitos“ ein, kleine Strandbars am Meer mit phantastischem Ambiente.

Wie immer stellt sich heute die entscheidende Frage: Wo wollen wir heute Abend nochmal essen gehen, welches Restaurant hat euch am besten gefallen? Für mich nicht überraschend war die Antwort „Frank“, er ist eben ein außergewöhnlicher Gastgeber und im geheimen auch mein Favorit!  Gesagt, getan! Wir verbrachten einen wunderschönen Abend mit einem phantastischen Essen und ich freute mich mal wieder unseren Gästen ein Stück meiner zweiten Heimat gezeigt zu haben!

Der Abschied war wie immer schwer, nicht ganz so schwer wie bei anderen Touren weil der Tag sich von seiner schlechtesten Seite zeigte. Regen, Regen, Regen! Es ist viel schlimmer wenn der Tag der Abreise dich mit purem Sonnenschein verabschiedet!

Ein Abschied ist immer schwer, emotional und traurig. Hat man doch viele schöne Tage miteinander verbracht und Spaß gehabt. Irgendwann ist es leider immer soweit  und ich wünschte, diese Tage würde es nicht geben. Ist aber leider nicht so und der Weg zum Airport erscheint einem viel zu kurz, ein letztes Tschüss und schon verschwinden die Gäste im Palast des Airports!

Für mich ging es zurück zu unserer Unterkunft, Sachen packen, Motorräder verladen und ab zurück in die Heimat. 2 Stunden später verluden wir noch 3 Motorräder in Motril und weil es für heute spät genug war übernachteten wir mit unserem Transport am Strand von Motril. Seit ein paar Stunden hatte der Regen aufgehört und wir erlebten einen phantastischen Sonnenuntergang am Meer, solche Momente zählen zu den Dingen in unserem Leben, wo ich sagen muss – das ist es wert! Es liegen ab morgen 3000 km Heimreise vor uns und umso mehr genieße ich diese Momente!

Ab jetzt lagen endlose Autobahnkilometer vor uns, das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und mittlerweile wurde es unerträglich warm. Die Hitze schlug erbarmungslos zu, jeder Kilometer wurde zu Qual und wir haben Dinge erlebt, die passen in kein Tagebuch. Angefangen von Erlebnissen auf Rastplätzen bei unseren Nachtstopps bis hin zu Carnapping auf einsamen Autobahnen. Das wird ein neues Kapitel in unseren Reiseberichten, ich habe mich dazu entschieden ein Buch zu schrieben über die Erlebnisse eines Truckers, wozu ich mich mittlerweile zähle. Sollte dieses Buch jemals erscheinen werde ich es kundtun und euch daran teilhaben lassen J

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