Unterwegs im Motorradparadies Kärnten

5 phantastische Tourentage liegen hinter mir. Am Mittwoch startete ich von Dresden zu unserem Hotel in der Nähe von Rosenheim, was der Treffpunkt für unsere Tour 5 Tage Kärnten war. Die Tour war ausgebucht und ich freute mich auf 10 Gäste, darunter mal wieder ein paar ganz liebe Stammgäste. Gegen Mittag bepackte ich meine GS, was dank des Koffersystems keine große Aufgabe war und machte mich bereits für die anstehenden 500 Kilometer Anfahrt.  Schnell noch fix zur Tankstelle und dort erlebte ich gleich die erste unangenehme Überraschung, 1,72 Euro für Super Benzin, unglaublich aber leider wahr! Wie weit will es unsere Regierung noch treiben? Liebe Frau Merkel, ich hätte gern einen Platz unter dem Rettungsschirm! Bis ich in unserem Hotel ankam „vertankte“ ich satte 55,00 Euro, der Lichtblick die nächsten Tage in Österreich zu humaneren Preisen zu tanken ließen den Ärger recht schnell vergessen.

Pünktlich 17 Uhr im Hotel angekommen meinte es die Sonne noch immer von der besten Seite, Temperaturen um die 30 Grad ließen mich zu allererst den Biergarten aufsuchen, wo bereits die ersten Gäste anwesend waren. Unser Tourguide Herbert war auch schon da und noch vor der offiziellen Ankunftszeit 18 Uhr war die Gruppe beisammen. Bei dieser Tour war ich mal nicht der Tourguide, Kärnten war neu für mich und da ich gerade eine tourenfreie Woche hatte wollte ich die Möglichkeit nutzen dieses Motorradparadies auch mal persönlich kennen zu lernen.

Den Begrüßungsabend verbrachten wir in bester Stimmung, alle freuten sich auf die bevorstehenden Touren, das Hotel passte, das Essen war lecker und dank der angenehmen Temperaturen wurde der Biergarten bis weit nach Mitternacht unser Domizil.

Am nächsten Morgen starteten wir nach einem ausgiebigen Frühstück in Richtung Österreich. Ich reihte mich ganz hinten ein und genoss es einfach mal hinterher zu fahren. Zur Mittagszeit kamen wir in Zell am See an, gerade noch rechtzeitig im Restaurant angekommen fing der Himmel an seine Schleusen zu öffnen und ab jetzt hieß es in die Regenkombis zu schlüpfen. Kurzentschlossen änderten wir unsere Route, da es heute keinen Sinn machte den Großglockner zu befahren. 4 Fahrtstunden später bei strömenden Regen ging es an die letzten 25 km bis zum Hotel. Wie aus dem Nichts stoppte der Regen, es zeigte sich blauer Himmel und die Sonne schien – Kärnten hat uns auf seine Weise begrüßt und wir sagen DANKE dafür.

Im Hotel angekommen wurden wir von den Wirtsleuten auf das Herzlichste begrüßt. Noch bevor einer von uns sein Gepäck abladen konnte gab es den ersten Begrüßungsschnaps inklusive Bier. Anschließend hieß es erst einmal trocken legen und frisch machen für den Abend.

Der nächste Morgen begrüßte uns mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein, so als wäre es nie anders gewesen. Pünktlich 9 Uhr ging es los und mittlerweile hatte die Gruppe ihre Reihenfolge gefunden, damit alle ihren Fahrspaß fanden. Der erste Pass für heute war die Nockalmstraße, schnell wurden die Tickets gelöst und ab hier war freies Fahren angesagt, jeder in dem Tempo wie er wollte. Ich genoss die Fahrt und vor allem auch die Aussicht, war ich doch das erste Mal hier und betrat absolutes Neuland. Wir trafen uns am höchsten Punkt wieder und nach einem lecker Kaffee ging es weiter. Ab jetzt folgte ein Pass dem nächsten, mal mit langgezogenen Kurven, mal mit knackigen Kehren – für jeden Geschmack etwas.  Am Nachmittag besuchten wir die Burg Hochosterwitz, ein bisschen Kulturprogramm gehört eben dazu. Die Pause tat uns gut denn die Sonne knallte erbarmungslos von oben und 34 Grad waren doch ganz schön schwitzig.

Nach 300 Fahrkilometern rollten wir wieder in unserem Hotel ein und das kühle Bier schmeckte wie noch nie! Zum Abendessen war ein traditioneller Abend angesagt mit musikalischer Begleitung. Nicht wirklich unser Ding aber wir waren ja auch nicht die einzigen Gäste. Dem älteren Publikum hat es wohl gefallen und nach dem reichlichen Abendessen trafen wir uns in gewohnter Runde im Garten wieder, wo der Tag mal wieder recht spät endete 🙂

Am nächsten Tag stand eine Tour durch das Dreiländereck auf dem Plan. Frühstück in Österreich, Kaffeepause in Italien und Mittagessen in Slowenien. Heute sollte unser Tourguide in den Genuss kommen mit Sozius zu fahren. Unsere Teilnehmerin Anna hatte leider völlig unterschätzt was ihr Reifen noch an Profil bietet. Nach der gestrigen Tour war leider nicht wirklich mehr viel davon zu sehen und damit zumindest die Heimreise gewährleistet ist, entschieden wir uns, dass sie den Tag bei Herbert als Sozius mitfährt. Als R 6 Fahrerin ganz in Lederkombi war es schon ein gewöhnungsbedürftiger Anblick sie als Sozius auf einer Triumph zu sehen, das Lächeln im Gesicht hatten scheinbar nicht nur wir, laut ihrer Aussage hat es ihr jede Menge Spaß gemacht.  

Bevor es richtig los gehen sollte legten wir noch einen Tankstopp im Ort ein. Eine kleine Tankstelle mit wenig Zapfsäulen und wir stellen uns brav an, die ersten hatten bereits getankt, ich stand noch an, plötzlich ein Geräusch von Metall auf Asphalt. War das jemand von uns? Ich konnte in dem Moment kein umgefallenes Motorrad sehen und wähnte uns alle in Sicherheit. So war es dann doch nicht, unser Andreas war bereits fertig mit Tanken und hatte sich etwas abseits gestellt. Ein Autofahrer hatte ihn beim rückwärtsfahren komplett übersehen und einfach um geschoben. Zum Glück gab es keinen Personenschaden und der Materialschaden hielt sich in Grenzen. Schnell wurden die Daten für die Versicherung ausgetauscht und kurze Zeit später konnte es weiter gehen. Schon bald befuhren wir den ersten Pass in Richtung Italien, unser Tourguide Herbert verstand seinen Job perfekt. Beste Straßen, wenig Verkehr und den optimalen Platz für das Kaffeetrinken gewählt – mehr geht nicht! Anschließend fuhren wir weiter in Richtung Slowenien und an der Auffahrt zum Mangart angekommen verabschiedeten wir uns für die Auffahrt von 2 Gästen. Das Motorrad, ein klassischer Chopper, war absolut nicht geeignet für diesen sehr engen Pass und daher wählten die beiden die Möglichkeit eine ausgiebige Pause in einem nahe gelegenem Restaurant einzulegen. Am Ende war es die richtige Entscheidung! Der Mangart ist nicht einfach zu befahren, der Weg ist eng und der Verkehr war enorm hoch. Wir schlichen teilweise im 1. Gang nach oben und Überholmanöver waren eher selten. Oben angekommen war es schwierig einen Stellplatz für die Motorräder zu finden, es war einfach die Hölle los! Die Aussicht hat uns für die Strapazen entschädigt und das kühle Lüftchen hier oben wirkte unheimlich erfrischend. Der Weg hinunter war in dem Moment wenig befahren und ich staunte immer wieder über die vielen Radfahrer sie uns entgegen kamen und auch den Gipfel zu erreichen. Bei mittlerweile 35 Grad kann ich nicht nachvollziehen was daran noch Spaß macht, muss das jedoch jeder für sich entscheiden.

Im Socatal machten wir Mittagspause und genossen eine hervorragende slowenische Gastfreundschaft. Irgendwie schlich sich so langsam die Müdigkeit ein, es war unerträglich warm und noch lagen 140 km Tour vor uns. Die nächste Etappe rüttelte uns ganz schnell wieder wach, 20 Spitzkehren mit Kopfsteinpflaster forderten höchste Konzentration. Wir haben es alle überstanden und auch die Schafe haben überlebt, die uns hin und wieder den Weg versperrten. Ein Pass folgte dem nächsten und nach einer letzten Kaffeepause am Weissensee ging es auf schnellstem Wege ins Hotel. Heute waren wir nicht nass von außen, nein nass von innen weil das Wetter es einfach zu gut meinte.

An unserem letzten Abend hier in Österreich wurden wir wieder einmal mit einem hervorragenden Abendessen belohnt, der Wirt gesellte sich zu uns und wir erhielten so einige Kostproben der regionalen Spirituosen. Wie jeden Abend wurde es auch heute wieder viel zu spät und wie jeden Abend nahm ich mir vor den nächsten Abend eher ins Bett zu gehen. Irgendwie schwer umzusetzen, der Winter wird lang genug um auszuschlafen!

Heute hieß es Abschied nehmen von Kärnten und unseren Wirtsleuten. Das Gepäck wurde verstaut und pünktlich 9 Uhr rollten wir vom Hof. Ein letzter Blick in den Rückspiegel, ein letztes Winken an den Wirt und auf ging es! Heute war Sonntag und hatte ich mich bisher gewundert wie wenig Motorradfahrern wir begegneten waren es heute um so mehr. Wir waren nicht mehr alleine und die Straße musste für alle reichen. Zum Mittag erreichten wir das Highlight des Tages – den Großglockner. Für mich ein besonderer Moment, weil ihn wohl fast jeder kennt nur ich nicht 🙁 Das sollte sich nun ändern. Das erste Ziel war die Kaiser Franz Josefs Höhe mit dem Gletscher. Eine endlose Schlange aus Autos und Bussen quälte ich ebenso hinauf, für uns Motorradfahrer bestand eher die Chance zum Überholen und ich fragte mich ernsthaft was daran noch Spaß macht sich mit dem Auto hier vorwärts zu bewegen. Gut es war Sonntag und die heutige Fahrt hierhin war dem schlechten Wetter vom Donnerstag geschuldet, freiwillig würden wir nie am Wochenende hier fahren, es ist einfach zu überfüllt! Am Gletscher angekommen war selbst der Parkplatz für Motorradfahrer völlig überfüllt und irgendwie ist es uns trotzdem gelungen eine Lücke für alle zu finden. Ein kurzer Stopp, ein paar nette Bilder für die Kamera und schnell ging es weiter talabwärts. Endlos viele Kurven und Kehren hätten echt viel Spaß machen können wäre nur nicht die vielen Autos gewesen.

Das nächste Restaurant war unser und hier unten im Tal, bei mal wieder satten 35 Grad war jeder Schattenplatz Gold wert. Kein Lüftchen wehte und selbst die Nahrungsaufnahme machte kaum Spaß. Gespritzter Apfelsaft war angesagt und leichte Kost.

Das Ende der Tour lag noch 120 km vor uns, beim Tankstopp entschied sich die Gruppe einheitlich keine weitere Pause einzulegen. Alle wollten einfach nur noch ankommen und dann den schnellsten Weg in den Biergarten wählen. 1,5 Stunden später hatten wir es auch geschafft! Am Hotel angekommen, was auch der Ausgangspunkt der Tour war, hatten fast alle unserer Gäste eine Verlängerungsnacht gebucht. Für viele wäre der Heimweg zu weit gewesen. Wir stiegen von den Moppeds und völlig verschwitzt war der erste Gang tatsächlich in den Biergarten um dort ein kaltes Bier (selbstverständlich alkoholfrei für diejenigen, die weiter zogen) zu genießen. Die Erlebnisse der vergangenen Tage wurden ausgetauscht und sobald hieß es Abschied nehmen.

Ich hätte auch noch 500 km Heimweg vor mir gehabt und erst morgen wieder zu Hause zu sein hätte mir einen ganzen Tag Zeit geraubt. Zeit die ich momentan nicht habe weil schon in wenigen Tagen die nächsten Touren anstehen verbunden mit den entsprechenden Vorbereitungen. Aus dem Grund habe ich mich von Rene mit unserem Transporter abholen lassen.  Für den einen oder anderen mag das dekadent klingen, für mich war es ein reiner Zeitfaktor und ich froh darüber.

Nachts gegen 23 Uhr in Dresden angekommen herrschten noch immer 26 Grad. Auf der Fahrt habe ich immer wieder an unsere Gäste denken müssen, die den Abend wahrscheinlich ganz gemütlich im Biergarten verbracht haben. Ich hoffe sie hatten einen wunderbaren Abend und eine gute Heimreise. Vor allem hoffe ich, dass ihnen die Tour gefallen hat und dass wir uns alle wiedersehen!

Mein besonderer Dank geht an unseren Tourguide Herbert, der uns allen phantastische 5 Tourentage geboten hat und dank ihm konnte ich endlich das Motorradparadies Kärnten kennen lernen! Ein großer Dank geht auch an unsere Wirtsleute, die uns mit ihrer Gastfreundschaft ein wunderbares Zu Hause für diese Tage geboten haben.  Ganz zum Schluss  möchte ich auch unseren Gästen sagen, dass ihr eine unheimlich tolle Gruppe wart und ich freue mich auf ein Wiedersehen mit euch, irgendwo, Hauptsache irgendwann!

Eure Manuela!   

 

 

 

6 comments to “Unterwegs im Motorradparadies Kärnten”
6 comments to “Unterwegs im Motorradparadies Kärnten”
  1. Wir sind so froh, dass wenige Tage vor unserer Buchung ein anderes Pärchen das Feld geräumt hatte. So waren wir dabei! Und es war toll: das Hotel in Deutschland erlaubte uns, Auto und Hänger stehen zu lassen, das Hotel in Kärten war familiär und erfolgreich bemüht, uns zufrieden zu stellen (was gar nicht so schwer war), die Gruppe (10 Mopeds, 4 Mädels, 8 Jungs) passte gut zusammen, Tourenguide Herby zeichnete sich durch seine unerschütterliche Orts- und Sachkenntnis aus, die fast 1200 km waren lecker (für jeden Geschmack war was dabei – Spitzkehren mit durchrüttelndem Pflaster, wieselschnelle Kurven bis an den Reifenrand, grandiose Ausblicke auf eine herrliche Landschaft) und bis auf den verregneten Starttag war das Wetter vom feinsten.
    Einmal mehr ein überaus positives Erlebnis im Kreis von Motorradfreunden und nun schon die dritte Tour mit Almoto. Und es war bestimmt nicht die letzte …
    Annette und Erich

  2. Hallo Ihr beiden,
    ich habe mich gefreut, dass ihr bei der Tour mit dabei wart und wir uns nach so langer Zeit wiedergesehen haben.
    Ich fand die Tour auch klasse und vor allem die Gruppe!
    Euch noch eine wunderbare Saison und bis hoffentlich bald!

  3. hallo !
    ja auch ich muss sagen das die tour mir sehr gut gefallen hat.sehr viel verschiedene strassen und kurven,für jeden was dabei.herbert hat uns an hervorragende orte geführt die man allein nie gefunden hätte.wir hatten eine tolle gruppe zusammen mit der es lustig war und ich viel spass hatte.
    hoffe man sieht sich noch mal wieder!

    l.g michael

  4. Hallo,
    auch von mir viel Lob für diese wirklich schöne Reise. Es hat viel Spaß mit euch allen gemacht. Die Strecken waren wirklich super (besonders der Tag durch Italien, Slowenien und Österreich), und ich habe viele tolle Eindrücke mitgenommen, die mich sicher noch lange begleiten werden.
    Ach ja, und das mit dem Schaden am umgefallen Moped ist auch beglichen.
    Viele Grüße aus dem Saarland
    Andreas

  5. Hallo Andreas,
    das freut mich zu hören und auch, dass dein Schaden sich so schnell geregelt hat! Man wird ja nicht jeden Tag von einem Auto an der Tanke umgefahren 🙂
    Bis bald und ich wünsche dir noch eine tolle Restsaison!

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